Wahlen 2019

Die Ausgangslage im Kanton Schwyz – FDP und CVP fordern SVP heraus

Wollen in den Ständerat: Die beiden Schwyzer Regierungsräte Kaspar Michel (FDP, links) und Othmar Reichmuth (CVP) vor dem Regierungsgebäude.

Wollen in den Ständerat: Die beiden Schwyzer Regierungsräte Kaspar Michel (FDP, links) und Othmar Reichmuth (CVP) vor dem Regierungsgebäude.

In Schwyz tritt SVP-Ständerat Peter Föhn nicht mehr an. Das verleiht den Wahlen Spannung.

Seit 1995 politisiert der Muotathaler Peter Föhn (66) in Bundesbern für die Schwyzer SVP. Der umtriebige Möbelfabrikant sass zuerst 16 Jahre im Nationalrat, bevor er 2011 den altgedienten CVP-Ständerat Bruno Frick aus Einsiedeln aus dem Amt jagte.

Damit hatte die Partei zum ersten Mal im Kanton Schwyz gleich beide Ständeratssitze inne, da Alex Kuprecht seine Wiederwahl locker schaffte. Diese Konstellation ist noch heute aktuell.

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Doch das ändert sich mit den kommenden eidgenössischen Wahlen. Während der als gemässigt geltende Alex Kuprecht erneut antritt und seinen Sitz ziemlich sicher verteidigen wird, zieht sich das Schwergewicht Peter Föhn zurück. Am 20. Oktober wird deshalb eine Nachfolge für ihn gesucht. Gleich mehrere prominente Schwyzer Politiker wollen Föhn beerben. Es zeichnet sich ein spannendes Rennen ab: Der Ausserschwyzer SVP-Nationalrat Pirmin Schwander will in die kleine Kammer wechseln. Auch zwei amtierende Regierungsräte möchten in den Ständerat: Kaspar Michel (FDP) und Othmar Reichmuth (CVP). Mit dem ehemaligen Küssnachter Bezirksammann Michael Fuchs tritt auch ein SP-Kandidat an. Ihm werden allerdings nur Aussenseiterchancen zugesprochen. Ohne reelle Chance bleibt die polnische Auslandschweizerin Honorata Züger.

Bürgerliche machen Kampf unter sich aus

So läuft es auf den Dreikampf Schwander, Michel und Reichmuth hinaus. Pirmin Schwander gilt als strammer SVP-Mann, zehn Jahre lang präsidierte er die Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (Auns). Seit 2003 sitzt er im Nationalrat. Als etablierter Bundespolitiker hat er gute Chancen, in die Fussstapfen seines Parteikollegen Peter Föhn zu treten. Nachteil: Links der FDP wird er wegen seiner klaren SVP-Haltung wohl nur wenige Stimmen holen.

Chancen ausrechnen darf sich auch FDP-Mann Kaspar Michel: Als Finanzdirektor hat er in der Vergangenheit immer wieder rote Zahlen des Kantons erklären müssen. In den vergangenen Jahren haben sich die Finanzen allerdings erholt, die Kritiker sind weniger geworden. Zudem hat die FDP im Kanton Schwyz mit Nationalrätin und Parteichefin Petra Gössi ein Zugpferd, von dem auch Kaspar Michel profitieren könnte. Ausserdem kann sich Michel seit einem Jahr als Landammann präsentieren, was der Bekanntheit hilft.

Othmar Reichmuth hat einen anderen Vorteil: Der Illgauer wird neben seiner Partei, der CVP, auch von den Sozialdemokraten unterstützt. Er ist neben der eigenen Liste auch auf derjenigen der SP aufgeführt. Das könnte ihm viele Stimmen von links bringen. Er hat allerdings auch einen Nachteil: So geriet Reichmuth nach einer möglicherweise illegalen Entsorgungsaktion von kontaminiertem Schlamm im Vierwaldstättersee bei Brunnen vor einem Jahr in die Schlagzeilen. Das Verfahren der Staatsanwaltschaft Innerschwyz läuft derzeit noch. In den nächsten Wochen soll es in dieser Causa Neuigkeiten geben, teilt die Staatsanwaltschaft auf Anfrage unserer Zeitung mit.

SVP bleibt wohl die stärkste Kraft

Klar bürgerlich präsentiert sich auch die Lage bei den Nationalratsmandaten, die 84 Kandidaten unter sich ausmachen. Die vier Schwyzer Sitze sind momentan von Alois Gmür (CVP, Einsiedeln), Petra Gössi (FDP, Küssnacht), Marcel Dettling (SVP, Oberiberg) sowie Pirmin Schwander (SVP, Lachen) besetzt. Alle vier treten erneut an – Pirmin Schwander zudem wie erwähnt noch als Ständeratskandidat.

Die Schwyzer SP ist seit vier Jahren nicht mehr in Bern vertreten (siehe Kasten). Damals schnappte SVP-Neuling Marcel Dettling SP-Fraktionschef Andy Tschümperlin den Sitz weg – eine empfindliche Niederlage für die SP. Auch heuer scheint es für die Genossen schwierig zu werden, einen Vertreter von Schwyz aus nach Bern schicken zu können. Denn die beiden Sitze von CVP und FDP wackeln kaum, auch die beiden Nationalratsmandate der SVP scheinen sicher. Überhaupt ist die SVP eine Macht unter den Mythen. Vier der sechs Sitze in Bundesbern werden momentan von ihr besetzt.

Ob sie dieses historische Ergebnis von vor vier Jahren wiederholen kann, ist allerdings offen. Denn auch die Schwyzer SVP ist nicht vor Verlusten gefeit. So verlor sie bei den Kantonsratswahlen 2016 zwei Sitze. So könnte es passieren, dass sie in Bern einen ihrer Sitze abgeben muss – am ehesten wohl einen Ständeratssitz. Das muss ihr aber nicht zu grosse Sorgen bereiten: Stärkste Kraft bleibt die Partei im Kanton Schwyz mit grösster Wahrscheinlichkeit.

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