Wahlen 2019

Die Ausgangslage im Kanton Uri – weder ein Überflieger noch ein Taucher bei Nationalratskandidaten

Heute Ständeratsanwärterin, vor neun Monaten Bundesratskandidatin: Heidi Z’graggen (CVP) hat am 20. Oktober keine Gegner.

Heute Ständeratsanwärterin, vor neun Monaten Bundesratskandidatin: Heidi Z’graggen (CVP) hat am 20. Oktober keine Gegner.

Vier Kandidaten wollen den einzigen Urner Nationalratssitz. Die Profile unterscheiden sich vor allem in der politischen Ausrichtung.

Im Kanton Uri sorgen vor allem die Nationalratswahlen für Spannung: Vier Kandidaten stellen Anspruch auf den einzigen Urner Sitz in der grossen Kammer – und dies aus allen vier grossen Lagern.

Es sind dies Simon Stadler (CVP), Matthias Steinegger (FDP), Pascal Blöchlinger (SVP) und Urs Kälin (SP).

© CH Media

Frühe Kandidatur hält Konkurrenz ab

Unspektakulär hingegen gestalten sich die Ständeratswahlen. Den bisherigen Josef Dittli (FDP) und die einstige Bundesratskandidatin Heidi Z’graggen (CVP) getraut offenbar niemand anzugreifen. Auch wenn Dittli jüngst widersprüchliches Engagement nachgesagt wurde – er war gleichzeitig mit der Tabak- wie der Krankenkassenlobby verstrickt –, ist und bleibt er ein gut vernetzter Politiker, der nach wie vor viel Rückhalt in der Gesellschaft geniesst.

Heidi Z’graggen hat sich durch ihre Bundesratskandidatur in eine optimale Ausgangsposition gebracht. Nur schon durch den Wahlkampf vom vergangenen Herbst ist sie mit vielen Politikern in Bern in Berührung gekommen. Dass sie schliesslich nach dem Rücktritt von Isidor Baumann (CVP) ohne zu zögern ihre Ständeratskandidatur bekanntgab, war ein cleverer Schachzug, mit dem sie signalisierte, dass sie auf diese Situation vorbereitet war. Als amtsälteste Urner Regierungsrätin kann ihr niemand die politische Erfahrung absprechen. Kurz: Die Wahl von Dittli und Z’graggen scheint unbestritten.

Politische Erfahrung ist für einmal kein As im Ärmel

Das Feld der Urner Nationalratskandidaten ist ausgeglichen, einen absoluten Überflieger kann man genauso wenig ausmachen wie jemanden, der gegenüber der Konkurrenz total abfallen würde. Alle vier verfügen über fundierte politische Erfahrung. Matthias Steinegger, Pascal Blöchlinger und Simon Stadler sitzen seit 2012 im Urner Landrat, Blöchlinger ist seit Juni Landratspräsident und war wie Steinegger auch Kantonalpräsident seiner Partei, währenddessen Simon Stadler die Spitalkommission präsidiert, welche den Bau des neuen Urner Kantonsspitals überwacht.

Und Urs Kälin ist seit 2009 im Gemeinderat Altdorf, heute ist er Gemeindepräsident. In einem kommunalen Abstimmungskampf hat er jüngst Hartnäckigkeit bewiesen, indem er die unpopuläre Aufgabe wahrnahm, die Initiative eines Sportvereins für den Bau eines Kunstrasens zu bekämpfen. Sehr deutlich übernahmen die Altdorfer die Haltung des Gemeinderats, dass dies wohl zu teuer sein dürfte.

Simon Stadler setzte sich erfolgreich für einen Erweiterungsbau des Berufs- und Weiterbildungszentrums Uri ein und trat auch mit anderen politischen Vorstössen in Erscheinung, die beim Landrat Gehör fanden. Als Matthias Steineggers grossen politischen Erfolg werten kann man das Ja zur «zweiten Röhre» am Gotthard, für das er an vorderster Front kämpfte. Neben dem Einreichen von einigen Vorstössen im Landrat war Pascal Blöchlinger einer der Drahtzieher der Standesinitiative «zur Souveränität bei Wahlfragen», wodurch die Kantone ihr Wahlsystem unabhängig der Einschätzung des Bundesgerichts hätten festlegen können. Diese wurde, nachdem es einige Hürden genommen hatte, erst bei der Schlussabstimmung verworfen.

Meistgesehen

Artboard 1