Lebensmittel

Bio als Auftrag

Der Begriff Bio steht primär für Erzeugnisse aus der ökologischen Landwirtschaft und hat je nach Label mehr oder weniger strenge Auflagen. Um der nachhaltigen Idee von Bio in seiner Ganzheitlichkeit gerecht zu werden, müssen Grosshändler wie Bio Partner Schweiz AG jedoch weitere Aspekte wie Transport, Lagerung oder Verpackung einbeziehen.

Direkt am Standort Seon stehen Grosshandel und Einzelhandel direkt nebeneinander. Brauchte man Informationen – man könnte stets hin und her laufen, um Antworten zu bekommen. Wäre man beispielsweise erstaunt über das breite Angebot regionaler Produkte, könnte man direkt nachfragen, wie das zu schaffen ist. Und bekäme folgende Antwort: «Es liegt in unserem Interesse, dies zu schaffen. Für uns ist es wichtig, dass unsere Kunden, die Biofachhandelsgeschäfte, mit Regionalität punkten können», erklärt uns Verena Rohrer, Vorsitzende der Geschäftsleitung. Denn die oft mit der Region verbundenen Kunden der Bioläden ziehen lokale und saisonale Produkte vor. Und gerade in der Saison können wir den Bedarf mit Schweizer oder sogar regionalen Betrieben gut abdecken.» Verarbeitete Produkte kommen dagegen häufig aus dem Ausland, hier ist Deutschland eines der führenden Länder für Biomarken. Und für importierte Frischware wie Mangos oder Bananen sucht der Grosshändler die Produzenten häufig mithilfe von ausländischen Partnern und Plattformen oder lokalen Vereinen, um den Kontakt zu den Produzenten zu bekommen.

Keine Mindestmengen für Betriebe

Betriebe, die ihre Ware über Bio Partner vertreiben lassen, müssen ein Bio-Zertifkat vorweisen können, zum Beispiel von Demeter oder Bio Suisse. Mindestmengen werden nicht vorgegeben, was es gerade für kleinere Betriebe einfacher macht. «Wir nehmen einfach, was der Betrieb uns geben kann», so Verena Rohrer, die auf Geschäftsleitungsstufe zudem für den Bereich Sortiment und Beschaffung verantwortlich ist. Um den Austausch zwischen Bioläden und Produzenten zu erleichtern, macht sich Bio Partner intensiv Gedanken über eine Lösung, wo sich das Angebot von regionalen Produzenten und die Nachfrage von lokalen Biofachgeschäften treffen sollen. Die Nähe zwischen Handel und Produzent schafft auch Vertrauen beim Endkunden. Vertrauen, welches gegenüber Bioprodukten der Grossverteiler manchmal fehlt. Gerade Bio muss besonders nachvollziehbar sein. Der Anspruch der Kunden, die Bio kaufen, ist grösser.

Salat in Plastikfolie? Ein No-Go

Dann herrscht schnell Verwunderung, wenn der Biosalat in Plastik eingepackt ist. Unnötige Verpackung bei frischen Produkten sucht man im Bioladen vergebens. «Was die verarbeiteten Produkte angeht, wissen wir durch die starke Vernetzung, dass die Produzenten zumeist aus idealistischen und philanthropischen Gründen von sich aus stark darauf achten, die Verpackung so ökologisch wie möglich zu halten», so Verena Rohrer. Doch auch Biolebensmittel müssen gelagert und transportiert werden, die Kühlung verbraucht mitunter viel Strom und für den Transport braucht es Kraftstoffe. «Der Bereich Logistik ist weitgehend optimiert. So fährt ein grosser Teil des eigenen Fuhrparks mit Biodiesel, der allerdings nur aus organischen Abfällen – beispielsweise aus recycliertem Frittieröl – gewonnen wird, ohne mit der Lebensmittelkette zu konkurrieren. Bio Partner war zudem eines der ersten Schweizer Unternehmen, welche Hybrid-Lastwagen einsetzten», erklärt Verena Rohrer. «Beim Kühlen unserer Produkte nutzen wir die entstehende Abwärme für die Warmwasseraufbereitung, die Luftfeuchtigkeitsregulierung und zum Heizen.» An einer CO2-Neutralität des gesamten Betriebes wird gearbeitet.

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