Photovoltaik

Photovoltaik auf dem Dach: Kosten, Ertrag und Installations-Hinweise

Gesponsert von: 
..

Sonnenlicht kann durch Solarzellen in Strom umgewandelt werden – und das ganz ohne Abfall, Lärm und Abgase. Die entsprechende Technologie heisst Photovoltaik. Wenn Sie eine Solaranlage auf Ihrem Dach installieren, können Sie sogar Geld sparen.

Mit einer eigenen Solaranlage senken Sie Ihre monatliche Stromrechnung deutlich –dank der jährlich sinkenden Preise: Kostete eine Kilowattstunde Solarstrom 1992 noch rund zwei Franken, so waren es Ende 2017 noch 14,5 Rappen.

Im Jahr 2017 wurde in der Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern wie Deutschland oder Italien recht wenig Strom aus Sonnenenergie gewonnen. 2050 soll ein Fünftel des gesamten Stromverbrauchs der Schweiz durch Photovoltaik abgedeckt werden.

Was kostet eine Photovoltaik-Anlage?

Ende 2016 waren 59'000 Solaranlagen mit einem Ertrag von 1,6 Mrd. kWh installiert – 20 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Den Ertrag 2017 schätzt Swissolar, der Schweizerische Fachverband für Sonnenenergie, auf 1,9 Mrd. kWh (die offiziellen Daten erscheinen erst im Juni). Mit diesen Anlagen lassen sich über 400'000 Haushalte mit Strom versorgen. Fast zwei Drittel aller installierten Solaranlagen befinden sich auf Dächern von Ein- und Mehrfamilienhäusern.

Um den jährlichen Strombedarf eines durchschnittlichen Einfamilienhaus-Haushalts (3'500 bis 4'000 kWh) zu decken, wird eine Photovoltaikfläche von 25-30 Quadratmetern benötigt. Die Kosten sind abhängig von der Grösse der Anlage. Eine Photovoltaik-Anlage von 30 Quadratmetern auf einem Einfamilienhaus kostet rund 15'000 Franken. Optimal ist ein um 30 Grad geneigtes und südlich orientiertes Dach. Gegen Westen beträgt die Produktionseinbusse aber nur 15 Prozent.

Habe ich auch im Winter genug Strom?

Im Sommer können bis zu drei Viertel der Jahresmenge erzeugt werden, im Winter entsprechend weniger. In abgelegenen Ferienhäusern lassen sich allfällige Überschüsse in einer Batterie speichern. Ansonsten ist ein Netzanschluss zu empfehlen: Saisonale und tageszeitliche Differenzen zwischen Produktion und Konsum werden vom lokalen Energieversorger ausgeglichen. Neben dem Wechselrichter ist ein Stromzähler zu installieren, um die Menge des eingespeisten Stroms zu erheben. Ein Netzanschluss ist auch Bedingung, um allfällige Förderbeiträge oder Produktionszuschüsse zu bekommen.

Welche Vergütungen gibt es?

Der Bund bzw. die nationale Netzgesellschaft Swissgrid unterstützt die Installation von Photovoltaik-Anlagen. Auf Anfang 2018 wurde die Förderung für Solarstrom jedoch grundlegend umgestellt: Photovoltaikanlagen aller Grössen werden in der ganzen Schweiz durch die Einmalvergütung gefördert. Diese deckt höchstens 30 Prozent der bei der Inbetriebnahme massgeblichen Investitionskosten von Referenzanlagen ab.

Je nach Grösse der Anlage muss für den Erhalt der Förderung unterschiedlich vorgegangen werden:

  • Einmalvergütung für kleine Anlagen (KLEIV), weniger als 100 Kilowatt. Die Förderung kann erst nach erfolgter Inbetriebnahme bei Pronovo, der Vollzugstelle für Förderprogramme Erneuerbare Energien, beantragt werden. Auch grössere Anlagen können die KLEIV beanspruchen, wobei die installierte Leistung über 99.9 kW nicht gefördert wird. Bei Neuanmeldungen ist mit einer Wartezeit von mindestens 2.5 Jahren bis zur Auszahlung zu rechnen.
  • Einmalvergütung für grosse Anlagen (GREIV) ab 100 Kilowatt:  Die Anlage muss nicht vor dem Vorliegen einer Förderzusage erstellt werden. Anmeldungen für die Förderung: Pronovo. Hier beträgt die Wartezeit mindestens 6 Jahre.

Für neue Photovoltaik-Projekte ist die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) über 15 Jahre nicht mehr verfügbar. In den Jahren 2018-2020 stehen voraussichtlich noch kleine KEV-Kontingente für jene Anlagen zur Verfügung, die vor dem 30.06.2012 für die KEV angemeldet wurden. 

In allen Kantonen ausser Luzern und Graubünden kann die Investition in eine Photovoltaik-Anlage einmalig von der Einkommenssteuer abgezogen werden.

Was passiert mit meiner überschüssigen Energie?

Die Herstellungskosten für den selber erzeugten Strom liegen bei 13 Rappen pro Kilowattstunde. Nach Abzug des Fördergeldes und der Steuerersparnis sind es 9.5 Rappen pro Kilowattstunde. Das ist deutlich weniger als die 20 Rappen pro Kilowattstunde, die Haushalte in der Schweiz durchschnittlich für den Strom aus der Steckdose bezahlen.

Welcher Anteil des produzierten Stroms selbst verbraucht werden kann, hängt vor allem von der Grösse der Anlage und dem individuellen Energie-Nutzungsverhalten ab. Bei einer sehr kleinen Anlage von zwölf Quadratmetern sind 35 bis 50 Prozent des produzierten Stroms für den Eigengebrauch. Bei einer Anlage bis zu 30 Quadratmetern können nur noch 20 bis 40 Prozent des produzierten Stroms selber verbraucht werden. Die Überschussproduktion, die nicht direkt im Haus gebraucht werden kann, wird ins Stromnetz abgegeben. Dafür erhält man eine Vergütung – den sogenannten Einspeisetarif. Die Elektrizitätsunternehmen müssen den Strom zu einem marktgerechten Preis abnehmen. Der Preis kann regional beträchtlich schwanken.

Wie hoch sind die Betriebskosten und wann ist die Anlage amortisiert?

Nach der Installation erfordern Photovoltaik-Anlagen nur wenig Unterhalt. Außerdem haben Solarmodule meist 25 Jahre Garantie. Betriebskosten beinhalten die Versicherung der Anlage, die technische Wartung sowie Rückstellungen für den Wechselrichter. Man rechnet pauschal mit acht Franken pro Quadratmeter Solarfläche und Jahr. In der Regel ist eine Anlage in zehn bis fünfzehn Jahren amortisiert. Mit dem Solarrechner von Energie Schweiz kann die genaue Amortisationsdauer berechnet werden.

Welche Montagearten gibt es?

Photovoltaikanlagen können sowohl auf dem Dach installiert oder auch ins Hausdach integriert werden. Die günstige Variante ist die Aufdach-Anlage. Ein Montagesystem bildet das Fundament Ihrer Anlage und sorgt dafür, dass die Module sicher auf Ihrem Dach befestigt werden können. Auf einem Flachdach werden die Module mittels Aufständerung in einen geeigneten Neigungswinkel gebracht. Soll die Anlage auch höchsten ästhetischen Ansprüchen genügen, so kommt eine Indachlösung in Frage. Dabei wird die traditionelle Dacheindeckung durch Solarziegel ersetzt.

Gemäss Art. 18a RPG und Art. 32a RPV benötigen Solaranlagen, die auf die Dachfläche abgestimmt sind und sich ausserhalb einer Schutzzone befinden, keine Baubewilligung. Sie müssen jedoch den Behörden vor Baubeginn gemeldet werden.

Bei der Gemeinde genügt eine einfache Meldung. Einige Gemeinden haben allerdings ein spezielles Meldeformular. Wir empfehlen Ihnen deshalb, sich direkt bei Ihrer Gemeinde zu erkundigen. Verfügt diese nicht über ein Standardformular für die Meldung, können Sie den Musterbrief von EnergieSchweiz benutzen.

Die Anforderungen für die Meldung bei den kantonalen Behörden sind in jedem Kanton unterschiedlich. In einigen Kantonen werden Entwürfe der Anlage verlangt, in anderen Fotos oder Situationspläne.

» Formulare der verschiedenen Kantone

Solarenergie ohne Investitionen

Gut zu wissen: Auch ohne Eigeninvestition kann man auf erneuerbare Energien setzen! Dazu kann man sich an einen der Anbieter wenden, die Solaranlagen auf Hausdächer bauen und den damit gewonnenen Strom an die Liegenschaftsbesitzer verkaufen. Somit müssen diese für die Solarzellen kein Geld aufwenden. Und auch sonst hält sich ihr Aufwand in Grenzen: Alle Investitionskosten werden vom Anbieter getragen und dieser kümmert sich um Planung, Baubewilligung, Montage und Unterhalt der Solaranlagen. Der Hausbesitzer verpflichtet sich einzig, während 20 Jahren den Strom der Solarpanels abzukaufen.

Meistgesehen

Artboard 1