Der Aargauer Lehrerverband (alv) ist mit dem Sparpaket der Regierung und mit Bildungsdirektor Alex Hürzeler unzufrieden. Daher hat der alv zur Demo am 6. Mai in Aarau aufgerufen.

Bereits am Mittwochabend konfrontierte az-Chefredaktor Christian Dorer in der Sendung «TalkTäglich» auf Tele M1 Regierungsrat Hürzeler mit Kritiker und alv-Präsident Niklaus Stöckli.

Die beiden Kontrahenten waren nicht auf eine emotionale Debatte aus und argumentierten stets ruhig und sachlich.

Gar einig waren sie sich in einem grundlegenden Punkt: Bei der Bildung sollte nicht gespart werden. «Die Regierung und auch ich als Bildungsdirektor wollen das nicht», sagte Hürzeler, aber Politik sei kein Wunschprogramm.

Mehrfach betonte er: «Es geht nicht ums Sparen, sondern darum, das Ausgabenwachstum im Bildungsbereich leicht zu reduzieren.»

Der Erziehungsdirektor argumentierte mit Zahlen: Von insgesamt 120 Millionen Franken Einsparungen gingen nur 20 zulasten der Volksschule.

Und: Trotz der Massnahmen würden die Investitionen von heute 1,2 Milliarden bis 2017 auf 1,3 Milliarden Franken steigen. «Das ist auch richtig, die Regierung will Bildung auch als Hauptressource im Staatshaushalt haben.»

Bei der Bürokratie sparen

Wo also das Problem sei und ob die Bildung nicht auch einen Beitrag leisten müsse, wollte Moderator Christian Dorer von Niklaus Stöckli wissen.

Die Sparmassnahmen stünden im Gegensatz zu den Zielen der Regierung, erwiderte dieser und verwies auf deren Entwicklungsleitbild.

Alex Hürzeler solle diesen guten Weg konsequenter beschreiten. «Sparen bei der Bildung ist grundsätzlich falsch», mahnte der alv-Präsident. Vielmehr müsse man investieren, um langfristig hohen Gewinn zu haben. «Reparaturmassnahmen sind erstens teurer und zweitens schlechter.»

Stöckli forderte, dass priorisiert und das Geld effektiver eingesetzt werde. Für Stöckli gibt es in der Verwaltung, beispielsweise beim Bildungsbericht oder bei der externen Schulevaluation, Sparpotenzial – aber keinesfalls bei der Frühförderung, wie dem Deutschzusatzunterricht (DAZ). «Wir sparen bei den Schwächsten.»

Hürzeler anerkannte und betonte seinerseits die Wichtigkeit von guten Deutschkompetenzen, insbesondere für die Berufsbildung. Mit den Sparmassnahmen würden aber weder Angebot noch Qualität gesenkt, sondern lediglich die Lerngruppen leicht vergrössert.

Hürzeler relativierte zudem die Zahlen: In den letzten fünf Jahren seien die Investitionen im DAZ-Bereich um gut 40 Prozent gestiegen, während die jetzige Reduktion um zwei Millionen nur knapp sechs Prozent ausmache.

Streik kommt nicht infrage

Wie weit ist der Lehrerverband bereit zu gehen? Ist gar ein Streik vorgesehen? Stöckli: «Das ist gar nicht nötig. Der Wert der Bildung ist breit verankert in der Bevölkerung, niemand will bei den Kindern sparen.»