Waldenburg

Am grössten Guggekonzärt des Baselbiets tanzen die Wölfe auf den Tischen

18 Guggen spielten am Dienstagabend am grössten Guggen-Anlass des Baselbiets gross auf. Das Publikum schunkelte und schaukelte und am Schluss tanzten sogar die Wölfe auf den Tischen.

«Wäre ich ein Osterei, würde ich perfekt zu euch passen», sagt die Moderatorin, die in einer ganzen Batterie aus Aromat-Streuern steht. Die Aromat-Streuer, das sind die Büchel-Grübler aus Zunzgen. Gleich werden sie loslegen auf der Bühne des Guggenkonzerts Waldenburg. Weil die Fasnacht, wie sie sagen, Geschmackssache sei.

Und die Konzert-Moderatorin ist TV-Moderatorin Miriam Rickli. Eigentlich war Fernsehfrau Claudia Lässer für diesen Job vorgesehen. Die wird im Programmheft noch als «zuverlässige Schweizer Frau» umschrieben. Blöd nur, dass sie gerade hochschwanger ist und nur einen Tag vor dem Anlass absagen musste.

Schon DJ Antoine moderierte

«Stell dir vor, wir hätten keinen Ersatz gefunden: Das wäre ziemlich misslich gewesen», sagt Yves Bill, Präsident des OKs rund um die Veranstalter-Gugge, die Los Ventilos. Wenn er nämlich am Stammtisch oder sonstwo auf das Guggenkonzert angesprochen wird, so lautet die erste Frage stets, wer denn moderiere. Die Moderation am Guggenkonzert gehört nämlich zum Programm wie die Guggen selbst. Und die Moderation, die muss Bekanntheit haben. DJ Antoine stand schon am Mikrofon, Monika Fasnacht und Sven Epiney.

«Barbie Girl» in Gugge-Version

Auf der Bühne schränzen die Gassäspränger zum Heimspiel, hinter ihnen erstrahlt der Kirchturm im Scheinwerferlicht. Die Waldenburger, kostümiert als Samurais, feiern heuer ihr 20-Jahre-Jubiläum. Die Stimmung im Publikum verhiess zwar Gutes. Es dauerte aber, bis die Menge richtig aufgewacht ist. Spätestens aber, als die Gassäspränger das «Barbie Girl» anstimmten, hüpften die Fasnächtler plötzlich doch, und sogar der beheizte VIP-Wagen, in dem die Wichtigsten Spargel-Canapées verschlingen, wackelt zum Rhythmus des Gassenhauers.

Kostümierte und andere schuckeln und tanzen, alle zum gleichen Stück, jeder in seinem eigenen Schritt. Halbwüchsige stimmen eine Art Polonaise an, eine ergraute Biene tänzelt vorbei, und Moderatorin Miriam macht mit einer weissen Sonnenbrille in Herzform eine hervorragende Figur.

Kaminfeger mit Marienkäfer

In der Turnhalle trällern The Coconuts von einem Schornsteinfeger, bevor sie ins Mikrofon einer Joanna zustöhnen und schliesslich rote Lippen zum Küssen anpreisen. Ein Kaminfeger und ein grossbusiger Marienkäfer versuchen dazu zu tanzen, scheitern aber am Alkoholspiegel. Es ist ihnen egal. Derweil stürzen zwei Piraten in der hintersten Reihe Kurze im Minutentakt

Ab halb zehn - draussen herrschen immerhin noch angenehme zehn Grad - spielen die Guggen auch in der Turnhalle. Aus der leeren Halle wird innert Minuten ein Tollhaus, als auf der Bühne die standesgemäss als Wölfe kostümierten Lupo-Rueche aus Lupsingen losschränzen. Spätestens beim albekannten Klassiker «Eye of the Tiger» werden die Tische zu Tanzflächen. Als die Rueche nach ihren 18 Minuten das Feld räumen und die schlagernden Kokosnüsse mit Abba und Bonny M wieder übernehmen, leert sich die Halle aufs Neue.

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