Enttäuscht schlich der Liechtensteiner Sandro Wieser nach der 1:2-Niederlage seines FC Aarau gegen den FC Basel aus den Katakomben des Brügglifelds. Der 21-Jährige hatte sich sein Pflichtspiel-Debüt bei seinem neuen Arbeitgeber anders vorgestellt. «Ich bin nicht zufrieden mit meiner Leistung», sagte er. 

Sein Ballverlust gegen Matias Delgado in der 15. Minute führte zum 1:0 für den FC Basel. Wieser kann dabei aber keinerlei Schuld angekreidet werden, da er in dieser Situation vom unglücklich agierenden Innenverteidiger Nauris Bulvitis nie und nimmer hätte angespielt werden dürfen. «Es ist schade, dass wir einzig aufgrund von Missverständnissen in unseren eigenen Reihen bald mit 0:2 zurücklagen», so Wieser. Bei seinem ersten Auftritt gelang es ihm nicht, den zu Hellas Verona abgewanderten Artur Ionita auf dem Brügglifeld vergessen zu machen. Trotzdem gilt es aber, dem jungen Spieler im zentralen Mittelfeld neben Captain Sandro Burki Zeit zu lassen. «Es ist gut, dass ich nun meinen ersten Einsatz in einem Pflichtspiel für den FC Aarau absolviert habe. Die Automatismen müssen sich natürlich noch entwickeln.» In der 55. Minute musste Wieser seinen Platz schliesslich für Alain Schultz, den späteren Torschützen des Anschlusstreffers für die Aarauer, räumen.

Thalers spezielle Premiere

Ein spezielles Ernstkampf-Debüt auf dem Brügglifeld erlebte auch Marco Thaler. Trainer Sven Christ, unter dem der 20-Jährige bereits beim FC Baden gespielt hatte, wechselte ihn in der 81. Minute für den verletzt ausgeschiedenen Nauris Bulvitis ein. «Das war nicht ganz einfach. Ich hatte gerade einmal eine knappe Minute, um mich einzulaufen», sagte Thaler dazu.

In den ersten zwei, drei Minuten konnte er seine Nervosität nicht verbergen und musste sich gleich zu Beginn von Geoffroy Serey Die schwindlig spielen lassen. «Da habe ich kurz den Kompass gebraucht.» Danach fand sich Thaler bei seinem ersten Einsatz in der Super League aber gut zurecht und agierte neben dem starken Olivier Jäckle abgeklärt. «Ich habe mich schnell sicher gefühlt und konnte mein gutes Gefühl durch ein paar Aktionen stärken.»

Natürlich habe er sich gefreut, zum Einsatz gekommen zu sein, aber: «Es ist natürlich ein zwiespältiges Gefühl, wenn man aufgrund einer Verletzung eines Kollegen ins Spiel kommt.» Doch Thaler hat seine Chance genutzt und sich mit seinem gelungenen Kurzeinsatz zu einer valablen Alternative für die Innenverteidigung gemacht.

Fragezeichen vor Sion-Spiel

Für das vorgezogene Spiel der 5. Runde übermorgen Mittwoch gegen den FC Sion (Brügglifeld, 19.45 Uhr) gibt es neben Bulvitis noch weitere Fragezeichen: Juan Pablo Garat und Christopher Teichmann fehlten gegen Basel krankheitshalber, und die beiden Neuverpflichtungen von Ende letzter Woche, Edgars Gauracs und Joy-Slayd Mickels, warten noch auf ihre Spielberechtigungen. Zumindest diejenige von Gauracs könnte im Idealfall noch bis Mittwoch eintreffen. So oder so haben sich die Aarauer einiges vorgenommen: «Wir wollen gegen Sion unbedingt punkten», sagt Wieser. «Dazu müssen wir zwingend die Fehler abstellen und von hinten heraus sicher aufbauen.»