Neuer Aarau-Trainer

Nach Sforzas Absage ist Lugano-Trainer Bordoli in der Poleposition

Livio Bordoli gilt in Aarau als heissester Kandidat auf den freien Trainerposten.

Livio Bordoli gilt in Aarau als heissester Kandidat auf den freien Trainerposten.

Am Morgen sagt Ciriaco Sforza dem FC Aarau ab. Am Abend gibt Livio Bordoli seinen Abgang als Trainer in Lugano bekannt – wird er nun Pontes Nachfolger?

Tatsächlich: Ciriaco Sforza soll der Wunschkandidat des Verwaltungsrats des FC Aarau gewesen sein. Doch der ehemalige Wohlen-Trainer hat abgesagt. Über die Gründe kann man nur rätseln. Gut möglich, dass Sforza auf eine neue Stelle spekuliert, die prestigeträchtiger istals der Trainer-Job beim FC Aarau. Auch möglich, dass die Lohnforderungen des 45-Jährigen den finanziellen Rahmen gesprengt hätten. Aber es ist auch sehr gut möglich, dass Sforza zum FC Lugano wechselt, der in die Super League zurückkehrt.

Sforza gibt dem FCA einen Korb

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Der Trainer, der mit Lugano aufgestiegen ist, heisst Livio Bordoli. Trotz eines laufenden Vertrags will der 51-Jährige seine Arbeit im Tessin nicht fortsetzen. Dabei deutete zuletzt vieles darauf hin, dass Bordoli mit Lugano die Herausforderung Super League annehmen wird. Erst recht, nachdem der Machtkampf um die Aktienmehrheit beendet wurde und Präsident Angelo Renzetti das Angebot des Spielervermittlers Mino Raiola abgelehnt hatte, sein Aktienpaket von 60 Prozent zu verkaufen.

Für Bordoli wäre ein Engagement in Aarau eine Rückkehr in den Kanton Aargau. In der Saison 2010/11 war er Trainer beim FC Wohlen, wo er in der Schlussphase der Meisterschaft entlassen wurde. Davor erwarb er sich in Locarno einen guten Ruf als Ausbildner. Nachdem Bordoli Lugano abgesagt hat, ist für ihn der Weg frei zum FC Aarau. «Ich habe seit geraumer Zeit gute Kontakte zu Sportchef Bachmann. Ein Wechsel zum FC Aarau würde mich sehr reizen. Ich weiss aber nicht, ob ich noch ein Kandidat bin», sagt er.

29.5.2015: Raimondo Ponte muss den FC Aarau als Trainer verlassen – das sagt er dazu.

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Reizvolle Aufgabe

Neben Bordoli steht unter anderen auch Marco Schällibaum (53) auf der Kandidatenliste für die Nachfolge von Raimondo Ponte. Der 31-fache Nationalspieler war zuletzt für den Turnaround beim abstiegsgefährdeten Chiasso verantwortlich. Davor war er Trainer beim kanadischen Verein Montreal Impact aus der Major League Soccer, wo er im Dezember 2013 freigestellt wurde. Einem Engagement in Aarau wäre der frühere YB-Trainer nicht abgeneigt. Auch aus familiären Gründen. Schliesslich wohnt er mit seiner Familie im Baselbiet. «Der FC Aarau wäre eine reizvolle Aufgabe. Schliesslich gehört dieser Verein in die Super League», sagt Schällibaum. Nur: Chiasso will den Vertrag mit dem früheren Verteidiger verlängern. Dieser hat sich aber Bedenkzeit bis Ende Woche ausbedungen.

Aarau-Präsident Alfred Schmid hatte in der «Nordwestschweiz» angekündigt, spätestens an der Generalversammlung vom kommenden Montag den neuen Trainer vorzustellen. Unter Zeitdruck wähnt er sich deswegen aber nicht. Auf die Absage von Sforza reagiert er gelassen. «Unsere Kandidatenliste umfasst mehr Namen als jene von Sforza, Bordoli und Schällibaum», sagt er.

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