Auch als der Match um 17.45 Uhr begann, standen noch schätzungsweise 100 bis 150 Fans des FC Zürich an der Abschrankung, die von der Polizei aufgestellt wurde. Sie klatschten und feuerten ihr Team an - dies ohne Sicht auf das Spielfeld.

FCZ-Fans feuern ihr Team von der Abschrankung her an

FCZ-Fans feuern ihr Team von der Abschrankung her an

Die Polizei setzte erst nach Match-Beginn an, den Platz zu räumen. Eigentlich wollte man dies schon vorher tun, man sei aber bewusst langsam vorgegangen, um nichts zu provozieren, hiess es von Seiten der Kantonspolizei.

Selbst Ancillo Canepa, Präsident des FC Zürich, erschien am Nachmittag vor dem Brügglifeld, um mit den anwesenden und eingekesselten Fans zu sprechen. 

Die Polizei war auch nach Spielende noch mit der Räumung des Platzes bzw. der Personenkontrollen und Festnahmen beschäftigt.

Passiven Widerstand geleistet

Der Einsatz der Polizei hatte früh begonnen .Zahlreiche Zürcher Fans hatten sich schon am frühen Samstagnachmittag in der Nähe des Stadions Brügglifeld versammelt und sich so «den klaren Anweisungen der Kantonspolizei Aargau widersetzt, die verfügte, keine Gästefans am Fussballmatch zuzulassen», so die Aargauer Kantonspolizei. Weitere reisten per Zug von Zürich nach Aarau an.

Deshalb war die Polizei auch beim Bahnhof Aarau mit einem grossen Aufgebot präsent, um die aus Zürich kommenden Züge nach FCZ-Fans zu kontrollieren. Die Polizei brachte dort einige Fans etwa in Wartehäuschen und führte Personenkontrollen durch. Es kam zu einigen vorübergehenden Festnahmen.

Die Fans unten beim Brügglifeld wurden auf dem Parkplatz vor der Eishalle von der Polizei eingekesselt. Nicht einmal Pizza-Lieferanten konnten zu ihnen vordringen, um bestellte Ware abzuliefern. 

Im Laufe des Nachmittags stellte die Polizei den FCZ-Anhängern mit einem Aufruf ein Ultimatum: Wer nicht bereit ist sich auszuweisen, mache sich wegen Landesfriedensbruch strafbar und werde angezeigt.

Polizei ruft FCZ-Fans vor Brügglifeld zur Personenkontrolle auf

Polizei ruft FCZ-Fans vor Brügglifeld zur Personenkontrolle auf

Nach und nach liessen sich die FCZ-Anhänger kontrollieren. Sie wurden in Bussen zum Bahnhof gebracht, wo sie die Rückreise nach Zürich antraten. «Wir wollen den Match ordentlich durchführen», sagte Roland Pfister, Medienchef der Aargauer Kantonspolizei, zu Medienvertretern vor Ort. 

Ein Grossteil der FCZ-Anhänger widersetzte sich allerdings den polizeilichen Anweisungen und leistete passiven Widerstand. Die Polizei nahm sie wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit in Gewahrsam. Mit Kleintransportern wurden die Fans gruppenweise ins Polizeikommando gebracht.

Auch Staatsanwaltschaft vor Ort

Dort wurde ihre Identität festgestellt. Bei der Kontrolle der Personalien war auch die Staatsanwaltschaft vor Ort. Sie prüfe, ob Straftatbestände wie Landfriedensbruch oder Hinderung einer Amtshandlung vorliegen, sagte Polizeisprecher Roland Pfister auf Anfrage.

Die Fans können maximal 24 Stunden festgehalten werden. Sie hätten sich friedlich verhalten, sagte Pfister. Die Fans suchten keine Konfrontation, sondern hätten mit ihrer Anwesenheit in Aarau lediglich ein Zeichen gegen die Aussperrung setzen wollen.

Wann die FCZ-Fans wieder ihre Heimreise antreten können, steht noch nicht fest. Vorerst will die Aargauer Polizei sicherstellen, dass die Aarau Fans nach dem Spiel vollständig abgezogen sind. Zudem stellt sich für die Polizei derzeit noch die Frage, wo die Zürcher wieder laufengelassen werden.

FCZ-Fans reisen trotz Polizeiaufgebot nach Aarau

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Über 200 Personen seien insgesamt «polizeilich angehalten, identifiziert und kontrolliert» worden, heisst es von Seiten der Kantonspolizei. Unterstützt wurde die Kantonspolizei von Einsatzkräften der Transportpolizei, von Ordnungsdienstkräften aus den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Solothurn und Bern sowie der
Stadtpolizei Aarau und der Regionalpolizei Suret. Der Einsatzleitung der Kantonspolizei standen zudem ein Wasserwerfer der Kantonspolizei Bern sowie ein Polizeihelikopter zur Verfügung.

Aufruf der «Südkurve»

Aufgerufen zur Fahrt von Zürich nach Aarau hatte am Freitag die Fan-Gruppe «Südkurve». Am frühen Samstagnachmittag teilte die Gruppe dann auf ihrer Homepage noch mit: «Wie an jedem Spiel versuchen wir unsere Mannschaft so nahe am Spielfeld wie möglich zu unterstützen».

Am Donnerstag hatte die Aargauer Kantonspolizei verfügt, dass der Gästesektor beim Spiel zwischen Aarau und Zürich wegen der Gefahr von Ausschreitungen leer bleiben muss. Es war das erste Mal in der Schweiz, dass eine solche Verfügung von Seiten der Polizei kam.

Eine Risikobeurteilung der Aargauer Kantonspolizei ergab, dass das Risiko von Krawallen zu gross ist. In jüngster Vergangenheit seien Fans des FC Zürich bei Spielen ihrer Mannschaft mehrfach für gewalttätige Ausschreitungen grösseren Ausmasses verantwortlich gewesen, begründete die Aargauer Polizei ihren Entscheid. (phz/ldu/sda)

FCZ-Fans lassen sich nicht abschrecken und wollen trotzdem nach Aarau kommen. Verlagern sich die Krawalle der Fussball-Chaoten nun in die Stadt?

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Kapo Aargau greift durch: FCZ-Fans werden rigoros ausgesperrt. Auch FCA-Anhänger, die noch kein Ticket haben, gucken buchstäblich in die Röhre.

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