Nach dem Brutalo-Foul von Sandro Wieser und der sportlichen Talfahrt mit dem kürzlichen Trainerwechsel sieht sich der FC Aarau mit der nächsten heiklen Situation konfrontiert.

Joy-Slayd Mickels, im Sommer als Perspektivspieler für die erste Mannschaft aus Deutschland verpflichtet, sorgte in der U21 wiederholt für Aufsehen.

Der 21-Jährige, der im Nachwuchs von Borussia Mönchengladbach ausgebildet wurde, sah beim Aargauer Nachwuchs bei zwei Einsätzen zweimal die rote Karte.

«Mickels ging auf den Schiedsrichter los, nachdem dieser ihm die zweite gelbe Karte zeigen wollte», sagt Rafuna Perparim vom FC Dardania nach dem Aufeinandertreffen am Wochenende in der 2. Liga inter.

Für Mickels, der nach der unglücklichen Vorrunde mit nur drei Teileinsätzen in der ersten Mannschaft in den Nachwuchs degradiert wurde, war es nicht der erste Ausraster dieser Art.

Von den eigenen Spielern in die Kabine begleitet

Bereits in einem Testspiel gegen den regionalen Zweitligisten aus Rheinfelden hatte er vor sieben Wochen Rot gesehen und ist nach einem Kopfstoss vom Platz geflogen.

«Der Aktion ging ein Foul unseres Spielers voraus, wofür sich Mickels mit einer Tätlichkeit revanchierte», sagt Rheinfelden-Assistenztrainer Ivan Esposito. Mickels wollte daraufhin nicht vom Feld und musste von den eigenen Spielern in die Kabine begleitet werden.

Drei Spielsperren hatte Mickels vom Verband für dieses Verhalten aufgebrummt bekommen. Bei seinem ersten Einsatz nach dieser Sperre, am Samstag in der Meisterschaft gegen Dardania, wiederholten sich die Vorkommnisse.

Bereits in der 28. Minute wurde Mickels für einen Griff ins gegnerische Gesicht verwarnt. Die zweite gelbe Karte für ein Ballwegschlagen in der 87. Minute «wollte Mickels nicht wahrhaben», wie es Gegenspieler Perparim beschreibt. «Nach heftigen Diskussionen mit dem Schiedsrichter fasste er diesen mehrmals an, was einer Tätlichkeit gleichkommt».

Diese Aktion hatte nicht die zweite Verwarnung, sondern den direkten Playtzverweis zur Folge. Wie bereits im Testspiel gegen Rheinfelden war Mickels nur schwer zu beruhigen, wollte den Platz zunächst nicht verlassen und liess seinen Frust an den gegnerischen Zuschauern sowie den Unparteiischen aus.

«Schade, denn er zeigte gute Ansätze und war einer der besten Spieler auf dem Platz. Solche Aktionen sind aber natürlich nicht zu entschuldigen», sagte Perparim.

Konsequenzen (noch) unklar

Auf Seiten des FC Aarau konnte noch niemand Stellung nehmen. U21-Trainer Charles Grütter wollte sich in Anbetracht der schwierigen Situation nicht äussern.

Und FCA-Sportchef Urs Bachmann sagte: «Wir werden die Ereignisse im Kontext mit anderen Vorkommnissen am Montag intern besprechen». Joy-Slayd Mickels war als Versprechen für die Zukunft im Sommer geholt worden und verfügt über einen 3-Jahres-Vertrag.