FC Basel

Auch Zürcher Chaoten können den Basler Express nicht bremsen

Gashi lässt sich für seinen Treffer zum 2:1 feiern.

Gashi lässt sich für seinen Treffer zum 2:1 feiern.

Der siebte Sieg im siebten Spiel. Die Basler Bilanz bleibt weiterhin makellos. Gegen den FC Zürich konnten die Basler trotz langzeitlicher Ineffizienz mit 3:1 reüssieren - und trotzten so den Zürcher Chaoten, die einen Spielunterbruch provozierten.

Als Shkelzen Gashi in der Schlussphase ausgewechselt wird, bekommt er vom Publikum warmen Applaus mit auf den Weg. Als wollten die Basler ihm sagen: «Kopf hoch Junge, wir glauben an dich!» Gashi applaudierte zurück, gab Trainer Urs Fischer die Hand und plumpste ausgepumpt auf die Bank.

Phase des Wartens

Hinter Gashi, in den beiden Saisons zuvor Torschützenkönig der Super League, liegen schwierige Wochen. Der FCB verpflichtete mit Bjarnason und Boëtius gleich zwei Konkurrenten für die Position am linken Flügel. Im Trainingslager geriet er gemäss Beobachtern vor Ort mit Urs Fischer aneinander, diesem missfiel eine trotzige Reaktion Gashis. Ein Wechsel ins Ausland, mit dem Gashi liebäugelte, kam wohl mangels Offerten nicht zustande.

Unter all dem litt seine Leistung, sprich: Gashi erzielte aus dem Spiel heraus keine Tore mehr, traf einzig nach ruhenden Bällen gegen GC (Freistoss) und Thun (Penalty-Nachschuss). Er verschoss zwei Penaltys, vergab etliche Grosschancen.

Ein Sitzplatz für Gashi

Weil der fussballerisch limitierte Gashi nicht mehr mit seiner wertvollsten Währung, mit Toren bezahlte, setzte Fischer ihn regelmässig auf die Bank. Weil Gashi sonst kaum Argumente in der Hand hat gegen seine Konkurrenten. In den zwei wichtigsten Spielen der jungen Saison, in den Playoffs gegen Maccabi, stand er beide Male nicht in der Startformation.

Das kränkte den sensiblen Albaner, was man ihn bei seinen Teileinsätzen ansah. Gashi schlich mehr über den Rasen, als dass er dem besten Torjäger der jüngsten Vergangenheit entsprechend mit breiter Brust in die Duelle ging. Und hatte er einmal in aussichtsreicher Position vor dem Tor den Ball am linken Fuss, wollte er den Erfolg erzwingen. Was per se die falsche Herangehensweise ist.

Als Ersatz von Beginn weg dabei

Gashi war das Sorgenkind in einer erfolgreichen FCB-Mannschaft. Gegen den FCZ durfte er wieder einmal von Beginn weg ran, weil die Konkurrenten Bjarnason und Callà müde waren von der Israel-Reise. Und es machte lange den Anschein, als könne Gashi nichts an seiner unbefriedigenden Situation ändern. Er spielte Fehlpässe, verlor einfach die Bälle, schoss über das Tor.

Aber gestern kämpfte er auch, biss sich immer mehr rein ins Spiel. Und wurde in der 71. Minute belohnt. Der FCZ-Captain Alain Nef machte ihm vor dem Sechzehner freundlich die Tür auf, Gashi ging durch und traf ins lange Eck. Es war das 2:1 und der Lohn für die Basler Leistungssteigerung im zweiten Durchgang. Die Last, die Gashi von den Schultern fiel, war riesig, das merkte man ihm an beim Jubeln. Das Publikum verstand das Zeichen und verabschiedete ihn mit warmem Applaus.

Basels Erfolgsfabrik

Zum Spiel: Der FCB ist der verdiente Sieger. Weil der FCZ ausser bei Kecojevics Ausgleich (Lang traf früh zum 1:0) nach einem Freistoss nie gefährlich vor FCB-Goalie Vaclik auftauchte. Basel hingegen hatte in der zweiten Halbzeit viele gute Torchancen, Janko traf noch zum 3:1.

So gehen beide Vereine mit völlig unterschiedlichen Gefühlslagen in die Länderspielpause: Der FCB mit dem Punktemaximum und der beruhigenden Erkenntnis, dass er die Enttäuschung aus Tel Aviv überwunden hat. Beim FCZ übergibt Interimstrainer Massimo Rizzo das Team als Tabellenletzter. Sami Hyypiä, der gestern im Stadion war und heute als Cheftrainer beginnt, hat viel, sehr viel Arbeit vor sich.

Lesen Sie hier den Verlauf der Partie in unserem Liveticker nach:

Matchtracker: FC Basel - FC Zürich

ScribbleLive FC Basel - FCZ

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