Auch gestern: Keine Spur von Geoffroy Serey Die, als die Spieler des FC Basel pünktlich zur Mittagsstunde den Trainingsplatz betreten. Seit zwei Wochen ist der Ivorer vom Mannschaftstraining ausgeschlossen, sein letztes Spiel bestritt er am 25. Oktober (1:1 gegen Sion). Stattdessen hält er sich im Kraftraum und draussen mit Konditionstrainer Michel Kohler fit.

Die Gründe für die Suspendierung bleiben unklar. Spekuliert wird, dass Serey Die bei mehreren Teamsitzungen eingenickt und nach der letzten Länderspielpause zu spät aus der Elfenbeinküste zurückgekehrt sei. «Alles falsch», sagt sein Berater Cyrille Timwo Monthe. Und auch in internen Kreisen weiss man nichts von solchen Vorfällen. So liegt nahe, dass der Ausbootung von Serey Die ein zwischenmenschliches Problem mit Trainer Paulo Sousa zugrunde liegt. «Es ist etwas zwischen den beiden vorgefallen», sagt Timwo Monthe. Was? «Das kann ich nicht sagen, bitte haben Sie Verständnis.»

FCB wollte Vertrag verlängern

Klar ist: In diesem Jahr wird der 30-Jährige nicht mehr für den FCB spielen. «Er steht gegen Luzern nicht im Aufgebot», sagt Sousa. Und ergänzt, dass Serey Die am Montag auch nicht im Flieger nach Liverpool sitzen wird. An der gestrigen Pressekonferenz lässt der Portugiese zudem durchblicken, dass Serey Die unter ihm gar nie mehr spielen werde. «Ich muss im Sinne der Mannschaft handeln.» Nächste Woche, so Sousa, werde der Klub eine Entscheidung zur Zukunft von Serey Die treffen müssen.

Immer wahrscheinlicher ist: Wenn der FCB am 6. Januar ins neue Jahr startet, wird er das ohne Serey Die tun. Eine Trennung, die vor wenigen Monaten noch undenkbar schien. Die «Nordwestschweiz» erfuhr, dass der FCB im Sommer sogar den bis 2016 dauernden Vertrag mit dem Ivorer verlängern wollte. Sein Berater Timwo Monthe bestätigt dies: «Es haben Gespräche stattgefunden, aber die Parteien haben sich nicht gefunden.» Gleichzeitig hatte Serey Die eine Offerte aus dem arabischen Raum vorliegen, die ihn vergoldet hätte. Trotzdem entschied er sich, in Basel zu bleiben. «Er liebt die Fans und den Klub, er hätte einen Wechsel nicht übers Herz gebracht», sagt Timwo Monthe.

Teamstütze unter Murat Yakin

Serey Die und der FC Basel – das war schon vor der Zusammenkunft im Dezember 2012 eine Liebesbeziehung. «Als ich noch in Sion war, habe ich immer gehofft, dass eines Tages der FCB anrufen wird», sagte er einst. Der Legende nach habe sich Serey Die sogar persönlich bei FCB-Präsident Bernhard Heusler gemeldet, wann er denn endlich nach Basel kommen dürfe.

Unter Ex-Trainer Murat Yakin lief Serey Die zu grosser Form auf und war eine der Stützen auf dem Weg zu den Meistertiteln 2013 und 2014. Das Publikum vergöttert ihn für seinen unbändigen Einsatzwillen und seinen ulkigen Charakter. Aus Mannschaftskreisen heisst es, Serey Die sei wegen seiner aufbrausenden Art zwar nicht immer einfach zu ertragen. Doch lasse seine liebenswürdige Art nichts anderes zu, als ihn zu mögen.

Die Liebesbeziehung steht vor dem Aus

Nun steht die Liebesbeziehung vor dem Aus. Auch wenn Serey Die gerne in Basel bleiben würde. «Er hängt am Verein und rebelliert darum auch nicht gegen seine Suspendierung», sagt sein Berater und erstickt die Gefahr eines allfälligen Rosenkriegs schon im Keim. Doch wenn die Vorrunde nach dem «Final» in Liverpool vorbei sei, müsse eine Lösung her. Sorgen um seine Zukunft braucht sich Serey Die keine zu machen. Es liegen Angebote aus der Schweiz und aus Deutschland vor – und auch die Araber haben bereits wieder angeklopft.