Er ist damit im 14. Pflichtspiel dieser Saison ungeschlagen geblieben und hat einen ersten wichtigen Schritt im Bestreben gemacht, die Gruppenphase zu überstehen und europäisch zu überwintern. Die Basler hatten es geschickt ausgenützt, dass die Gastgeber in den letzten 23 Minuten nach einem Platzverweis gegen Gonzalo Rodriguez in Unterzahl hatten spielen müssen.

Alle Goals aus dem Spiel Basel - Fiorentina 2:1.

Alle Goals aus dem Spiel Basel - Fiorentina 2:1.

FCB-Trainer Urs Fischer hatte wohl die Absicht gehabt, seinen Vorgänger Paulo Sousa zu überraschen, sein System modifiziert und mit Marc Janko und Breel Embolo zwei Stürmer aufgestellt. Aus dem üblichen 4-2-3-1 war ein 4-4-2 geworden mit dem nicht in der Startaufstellung erwarteten Holländer Jean-Paul Boetius auf der linken und dem Isländer Birkir Bjarnason auf der rechten Flanke sowie Luca Zuffi und Mohamed Elneny im Zentrum des Mittelfeldes. In der Abwehr besetzte wie zuletzt gegen St. Gallen Michael Lang die linke Seite, derweil Taulant Xhaka anstelle von Philipp Degen rechts verteidigte und Daniel Hoegh und Marek Suchy das Abwehrzentrum bildeten.

Dass auf der Gegenseite Sousa sein Team im Vergleich zum Serie-A-Spiel am letzten Sonntag gegen Genua auf nicht weniger als sieben Positionen veränderte, kam wenig überraschend. Auch in Basel hatte er vor einem Jahr in den ersten Monaten die Aufstellung oft kräftig durcheinandergewürfelt.

Das Traumtor von Elneny gegen Fiorentina.

Das Traumtor von Elneny gegen Fiorentina.

Dennoch waren es die Gastgeber gewesen, die besser ins Spiel gefunden hatten. Mit einem einfachen Steilpass von Rechtsverteidiger Facundo Roncaglia hatten sie schon nach vier Minuten die Basler Abwehr ausmanövriert.

Die sonst so gut harmonierenden Tschechen Suchy und Tomas Vaclik schätzten die Situation unterschiedlich ein; der Verteidiger wurde vom nachsetzenden Stürmer Nikola Kalinic überrascht, der Goalie hätte entschlossener rauskommen müssen.

Und Daniel Hoegh, der andere Innenverteidiger, stand zu weit weg, um eine Hilfe zu sein. Der Kroate Kalinic, der im Frühjahr 2013 bereits zweimal mit Dnipro Dnipropetrowsk in der Europa Leaguel gegen den FCB gespielt hatte, war der grosse Profiteur und stolperte die Kugel zur Führung der «Viola» ins Tor. Die Reaktion des Schweizer Serienmeisters fiel bedächtig aus. Sein Spiel war wenig zwingend und erinnerte vorerst an die zweite Halbzeit der Champions-League-Playoffs in Tel Aviv. Einzig Embolo vermochte sich einmal gegen den argentinischen Nationalspieler Roncaglia durchzusetzen, scheiterte aber an Goalie Luigi Sepe.

Wenig später wollte Roncaglia dem Youngster den Tarif durchgeben und schlug mit dem Ellbogen in Richtung des Gesichts von Embolo – zum Glück für den Täter, hatte der englische Schiedsrichter Michael Oliver seine Tätlichkeit nicht gesehen, sonst wäre er vom Platz geflogen. Embolo konnte zwar weiter spielen, aber in Szene zu setzen vermochte er sich kaum einmal; wie auch seine Teamkollegen nicht. Der von Dortmund ausgeliehene Pole Jakub Błaszczykowski traf kurz nach der Pause aus spitzem Winkel nur den Aussenpfosten.

Die Fiorentina spielte bisweilen aber ziemlich schmutzig; anders als es das freundliche Lachen Sousas hatte erwarten lassen, als der Portugiese vor dem Spiel die Basler «Bank» abklatschte. Roncaglias Landsmann Gonzalo Rodriguez, auch er aktueller Nationalspieler, grätschte Embolo ab und wurde vom Platz gestellt (66.). Und der FCB nützte dies. Nur fünf Minuten danach schoss Bjarnason mit einem harten Flachschuss via Pfosten das 1:1. Doch es sollte noch besser kommen. Mohamed Elneney traf, aus zwanzig Metern, in seinem 33. Europacupspiel herrlich erstmals ins Tor und bescherte dem FCB den wichtigen Startsieg in der Europa-League-Gruppenphase. Mit einem Heimsieg über Lech Posen, das sich von Belenenses Lissabon 0:0 trennte, kann er in zwei Wochen im St. Jakob-Park seine Ausgangsposition optimieren.

Der Liveticker von Adrian Gottwald zum Nachlesen:

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