Schon heute wird das «Wie» in den Reihen der Basler keinen mehr interessieren. Am Tag nach dem 1:0-Auswärtssieg bei den Berner Young Boys liegt der Fokus auf der schwierigen Aufgabe, die den FCB am Mittwoch in Bulgarien erwartet. In Sofia gegen Ludogorez Rasgrad sind drei Punkte schon fast Pflicht, will man nach dem Heimsieg gegen Liverpool in der Champions League auf Kurs in Richtung Achtelfinals bleiben.

Einpacken für die Reise nach Osteuropa können die Basler eine grosse Portion Selbstvertrauen. Viel mehr – abgesehen von den drei Punkten – gab der gestrige Sieg im Stade de Suisse nicht her. Trainer Paulo Sousa und seine Feldspieler mussten sich nach den 95 Minuten bei ihrem Goalie bedanken, dass es bei dem knappen Resultat blieb: Tomas Vaclik wehrte in der Schlussphase mit teils grandiosen Reflexen die Versuche von Nuzzolo, Kubo und Steffen ab.

Ein Geschenk der Berner Gastgeber

Dass Vacliks Dienste in diesem Ausmass gebraucht würden, konnte nach der ersten Halbzeit noch niemand ahnen. Einer ersten Halbzeit, in der YB nach gefälliger Anfangsphase das Zepter den Gästen aus Basel übergab. Die Folge waren zwei gute Chancen, bei denen Breel Embolo und Serey Die jedoch die letzte Konsequenz vermissen liessen.

Dass doch noch ein Treffer fiel, lag zu einem grossen Teil an Alain Rochat: Der YB-Verteidiger spielte den Ball im Aufbau unbedrängt Basels Delgado in die Füsse. Via Embolo stand Gashi plötzlich alleine vor Mvogo und hatte keine Mühe, zur Führung einzuschieben.

YB-Trainer Uli Forte blieb in der Pause nichts anderes übrig, als seinen wirkungslosen Stürmer Afum gegen Guillaume Hoarau einzutauschen. Ein Wechsel, der dem FCB wehtat. Mit dem 1,92 Meter grossen Franzosen hatte YB in der Spitze endlich die Wasserverdrängung, die es vorher vermisste. «Uli Forte hat gut gewechselt. YB machte uns nach der Pause das Leben schwer», gestand FCB-Trainer Paulo Sousa ein. Seine Mannschaft hingegen verlor angesichts der sich aufbäumenden Berner keine Mittel mehr zur Befreiung.

Glücklicher Trainer trotz Sorgenfalten

Dank Tomas Vaclik konnte sich Sousa am Ende dennoch über den ersehnten Sieg freuen, mit dem Basel einerseits einen Mitkonkurrenten im Titelkampf fürs Erste zurückbinden konnte und andererseits den Bernern die erste Heimniederlage in der laufenden Saison zufügte. «Ich bin sehr glücklich», sagte Sousa.

Wird der Portugiese auf den Gesundheitszustand von Fabian Schär und Marco Streller angesprochen, bilden sich auf seiner Stirn jedoch wieder Sorgenfalten. Beide waren von Sousa vor der Partie als fit vermeldet worden, figurierten gestern auf dem Matchblatt jedoch in der Rubrik «verletzte Spieler».

Schär musste wegen Knieproblemen schon die Länderspiele mit der Schweizer Nationalmannschaft absagen und ist laut Sousa auch für das Spiel in Bulgarien fraglich. Sogar unwahrscheinlich scheint der Einsatz von Captain Streller: Ihn zwickt es seit dem Liverpool-Spiel im Oberschenkel. Sousa sagt: «Ob Marco im Flugzeug sitzt, entscheidet sich kurzfristig.»

Young Boys - Basel 0:1 (0:1)

22'002 Zuschauer. - SR Hänni. - Tor: 31. Gashi (Embolo) 0:1.

Young Boys: Mvogo; Sutter, Von Bergen, Rochat, Lecjaks; Bertone (46. Gajic), Sanogo; Steffen, Kubo (80. Costanzo), Nuzzolo; Afum (46. Hoarau).

Basel: Vaclik; Xhaka, Suchy, Aliji; Degen (69. Hamoudi), Serey Die, Diaz, Callà; Gashi (82. Sio), Delgado (76. Frei); Embolo.

Bemerkungen: YB ohne Bürki, Gerndt, Hadergjonaj, Vitkieviez (alle verletzt), Zarate (rekonvaleszent/U21), Basel ohne Gonzalez (gesperrt), Streller, Schär, Safari, Ivanov, Samuel (alle verletzt), Elneny (nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 45. Steffen (Unsportlichkeit), 52. Aliji (Foul), 68. Hoarau (Unsportlichkeit), 69. Degen (Zeitverzögerung), 74. Vaclik (Unsportlichkeit), 91. Costanzo, 94. Sio (beide Foul).

Super League. 12. Runde: Aarau - St. Gallen 0:3 (0:1). Young Boys - Basel 0:1 (0:1). - Rangliste: 1. Basel 12/25 (25:16). 2. Zürich 11/23 (21:11). 3. St. Gallen 12/21 (21:15). 4. Thun 11/20 (21:17). 5. Young Boys 12/18 (20:16). 6. Aarau 12/14 (14:17). 7. Sion 11/11 (10:14). 8. Grasshoppers 11/11 (12:19). 9. Vaduz 11/9 (8:18). 10. Luzern 11/5 (12:21).

Matchtracker: YB-Basel

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Scribblelive YB - Basel