Am Tag nach der Niederlage im Testspiel gegen den Bundesligisten Augsburg (0:2) ruhte am Sonntag im FCB-Camp der Trainingsbetrieb. Eine trügerische Ruhe, denn hinter den Kulissen geht es bei der Planung des zukünftigen Kaders rund. Im Mittelpunkt erneut die Personalie Breel Embolo.

Es gibt wohl keinen namhaften Verein in Europa, der medial noch nicht mit Breel Embolo in Verbindung gebracht wurde. Es gibt da mit dem VfL Wolfsburg aber einen Verein, der taucht im ernstzunehmenden Teil der Berichterstattung rund um das Basler Stürmerjuwel immer wieder auf.

Seit über einem Jahr fühlt Manager Klaus Allofs immer wieder bei Embolos Umfeld vor, um für einen Wechsel in die VW-Stadt zu werben. Und er ist der einzige Verantwortliche der europäischen Topklubs, der öffentlich über das Interesse am Spieler spricht.

«Man muss sehen, was machbar ist»

Ebendies tat Allofs am Wochenende gegenüber dem deutschen Fachmagazin «Kicker» erneut: «Man muss die Lage neu bewerten. Man muss sehen, was machbar ist, was nicht machbar ist. Dass so ein Spieler dann natürlich auch wieder näher betrachtet wird, ist klar.» Es war dies Allofs Antwort auf die Frage, ob eine Verpflichtung von Embolo vorangetrieben werde, nachdem sich Stürmer Bas Dost den Fuss gebrochen hatte.

Momentan steht Wolfsburg ohne treffsicheren Stossstürmer da, Embolo würde diese Lücke perfekt füllen. Das nötige Kleingeld wäre bei Wolfsburg auch vorhanden: In diesen Tagen fliessen rund 12 Millionen Franken für den Verkauf des Schweizers Timm Klose zu Norwich City in die Kasse, wo weitere 100 Millionen Franken Transfereinnahmen vom vergangenen Sommer lagern.

Zu auffällig bedeckt?

Auf die Frage, ob der Abgang von Embolo kurz bevorsteht, antwortet Präsident Bernhard Heusler gegenüber der «Nordwestschweiz»: «Ich hoffe, dass dies nicht der Fall sein wird, kann es mit der Erfahrung von mehr als 20 Transferperioden aber nicht ausschliessen.» Ansonsten geben sich die FCB-Verantwortlichen zur Personalie Embolo derzeit sehr bedeckt. Ein Indiz dafür, dass der Poker in der heissen Phase steht?

Eigentlich besteht zwischen dem FCB und Embolo die Abmachung, dass der 18-Jährige die Saison im rot-blauen Trikot zu Ende spielt. Doch eine Notsituation, in der sich Wolfsburg nach der Verletzung von Dost befindet, kann alles verändern.

Aufrüsten im Winterblues

In der Transferphase im Winter neigen die Grossklubs zum Aktionismus, um Verletzungen aufzufangen oder weil die sportlichen Saisonziele in Gefahr sind. Was dazu führt, dass die Ablösesummen, die im Winter bezahlt werden, oft überraschend hoch sind: Davon profitierte auch schon der FC Basel, als er Mohamed Elneny für rund 18 Millionen Franken an Arsenal und Mohamed Salah für 20 Millionen an Chelsea verkaufte.

Ob noch im Januar oder dann im Sommer – es gilt als gesichert, dass die laufende Saison Embolos vorerst die letzte beim FC Basel ist. Aus dem einfachen Grund, dass er in den Augen der Grossklubs europaweit der vielversprechendste aller Stürmer unter 20 Jahren ist.