Fussball

Für einmal ist FCB-Training öffentlich – und die Kleinsten wollen gleich mitspielen

Die Trainings des FC Basel sind seit Paulo Sousas Amtsantritt als Trainer nicht mehr öffentlich. Das sorgt unter den Fans zum Teil für rote Köpfe. Doch für einmal lud der Fussballklub seine Anhänger zum Fan-Obe.

Viele Fans des FC Basel bringen den neuen Trainer Paulo Sousa unter anderem mit einer Entscheidung in Verbindung: Die Trainings sind nicht mehr öffentlich. Was für einen neutralen Beobachter kaum mehr als eine Randnotiz wert ist, hat für einige Anhänger doch grössere Auswirkungen, waren jene Trainings des Schweizer Meisters doch recht gut besucht.

Nun war also wieder Gelegenheit, eine Übungseinheit des FCB zu sichten und zwar auf der Haupttribüne des St. Jakobs-Park. Auch auf dem Flyer zum „Fan-Oobe" war diese Öffentlichkeit des Trainings zu Oberst platziert, allerdings war dies gar nicht der Ursprung dieses Anlasses. „Die Idee eines Fanevents kam nach dem Salzburg-Spiel, um die Segmentierung der Zuschauer zu vermindern“, erklärte Präsident Bernard Heusler „man wollte die Fans der Muttenzer Kurve und diejenigen auf der Tribüne näher zusammenbringen.“

Rückblick: Während der ersten Halbzeit des Europa League-Achtelfinals in Salzburg im März flogen Gegenstände auf das Spielfeld, weswegen die Partie unterbrochen wurde. Dies führte wie des Öfteren in Vergangenheit zu Diskussionen innerhalb der Fanszene. Am Abend jedoch fanden Zuschauer verschiedenen Alters und auch diverser Sektoren den Weg ins Stadion.

Japanische Fans und Ska-Musik

Wichtig für die Organisatoren aus der Fanszene war zudem einen Abend frei von jeglichen Sponsoren zu schaffen, wo es wirklich nur um die Verbundenheit von Mannschaft und Publikum geht. „Es ist schön, wie ein Verein trotz des massiven Erfolgs die Nähe der Fans sucht“, meinte ein 21-jähriger Student. Thomas Gander, Leiter des Fanprojekts und SP-Grossrat sah im Event eine ähnliche Wirkung: „Ich verspüre eine gewisse Distanzierung und Abschottung der Spieler gegenüber der Fans. Diese Art von Anlass könnte in Zukunft eine Möglichkeit sein, diese Distanz zu unterbinden.“

Das Training selbst bat kein grosses Spektakel. Walter Samuels Fähigkeiten konnten erstmals im „Joggeli“ beobachtet werden, Luca Zuffi fehlte immer noch verletzungshalber und Yoichiro Kakitani konnte ebenfalls nicht voll mittun, die gut Dutzend japanischen Fans konnten ihre Begeisterung dennoch nicht verbergen. Nach dem Training fand noch ein kleiner Austausch der Fans mit den Spielern mit Autogrammen und Fotos statt und die Ska-Band Mañana me chanto gab noch ein kleines Konzert. Was und ob ein solcher Anlass langfristig etwas bringt, ist unklar. Freude bereiten tat er wohl jenen am Meisten, die nicht regelmässig die Spiele des FCB besuchen können.

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