Der Trainer ist der wichtigste Angestellte eines Fussballklubs. Gerade in der jetzigen Phase, in der die Planung für die neue Saison auf Hochtouren läuft, müssen die Bosse voll auf ihn zählen können. Mit Sousa ist das nicht mehr möglich: Der Portugiese hat den Kopf woanders, genauer gesagt verhandelt er in Italien mit Fiorentina. Die Chance zu verfolgen, in eine grössere Liga zu wechseln und sich dem Traum «Champions-League-Sieger» zu nähern, ist Sousas gutes Recht.

Aber ein Zurück zum FCB kann es nicht geben. Okay – es gibt Menschen, die ihrem Partner einen Seitensprung verzeihen und ihn zurücknehmen. Doch so gross ist die Liebe zwischen Sousa und Basel schon lange nicht mehr, um nicht zu sagen: So gross ist sie gar nie gewesen.

Vielleicht hat sich die FCB-Führung vor einem Jahr ein bisschen blenden lassen vom früheren Weltklassefussballer Sousa: «Erfolg, Menschlichkeit und Herzlichkeit» hat dieser versprochen. Gebracht hat Sousa den Erfolg, der von einem FCB-Trainer erwartet wird – und sonst? Sousa hielt es nie für nötig, Deutsch zu lernen und so die holprige Kommunikation gegen innen und gegen aussen zu verbessern.

Sousa rasierte wegen einer kleinen disziplinarischen Verfehlung Fanliebling Serey Die. Sousa stellte ohne ersichtlichen Grund Philipp Degen kalt, nachdem dieser auf Initiative von oben den Vertrag verlängerte. Mit Stareinkauf Kakitani, mit dem der FCB seine Bekanntheit in Japan steigern wollte, konnte (oder wollte?) Sousa nichts anfangen.

Zuletzt machte er rund um den Cupfinal eine schwache Figur, als er statt dem Anlass gebührend im Anzug in Turnschuhen und Trainerhose am Spielfeldrand stand und so den Eindruck aus dem Vorfeld untermauerte, das geschichtsträchtige Duell gegen Sion sei für ihn eine Partie wie jede andere.

Man kann es auch so sehen: Sousas Fremdgehen ist die perfekte Gelegenheit für den FCB, sich rechtzeitig eines schwelenden Problems zu entledigen.