FC Basel

Nach dem Out in Porto: «Nicht einmal Real Madrid macht das!»

Ein letzter Blick zurück: Marco Streller nach seinem Abschied von der Königsklasse. Trainer Paulo Sousa hofft derweil auf ein schnelles Wiedersehen.

Ein letzter Blick zurück: Marco Streller nach seinem Abschied von der Königsklasse. Trainer Paulo Sousa hofft derweil auf ein schnelles Wiedersehen.

Als sich der Abend dem Ende zuneigte, da war es für die Basler wieder einmal Zeit, sich grundlegendere Fragen zu stellen. Wer sind wir? Woher kommen wir? Wohin wollen wir?

All dies wurde im Bauch des wunderbaren Estadio Dragão erörtert. Und, man kann als Zuhörer darüber keine zwei Meinungen haben, die FCB-Gilde hat einen geradezu herausragend geschlossenen Eindruck hinterlassen. Stilsicher wurden die verbalen Doppelpässe gespielt. Eiskalt vollendet die Steilzuspiele von Mund zu Ohr und retour. So, wie das zuvor beim 0:4 auf dem Rasen schmerzlich vermisst wurde.

Porto wird CL gewinnen?

Als sprachlicher Spielmacher etablierte sich Marco Streller. Logisch, er ist ja auch der Captain. Also stellte er zu Beginn seiner Analyse gleich einmal diese These auf: «Es würde mich nicht überraschen, wenn Porto ein Wörtchen um den Titel mitreden würde.» Derweil fand Luca Zuffi: «Ein solches Pressing mit elf Mann gleichzeitig – das macht nicht einmal Real Madrid.»

FC Porto - FC Basel: Alle Goals und Highlights.

FC Porto - FC Basel: Alle Goals und Highlights.

Auch Präsident Bernhard Heusler wirkte alles andere als niedergeschlagen. «Ich möchte auch nach Niederlagen stolz sein auf unser Team. Und auf die Spiele in diesem Achtelfinal bin ich stolz», begann er. Um dann sogleich aufs grosse Bild zu verweisen. «Ich hätte es einst nicht für möglich gehalten, dass wir vier Jahre in Serie europäisch für Furore sorgen. Und das, obwohl wir derweil dreimal die Mannschaft umbauen mussten.» Letztmals verpasste der FCB in der Saison 2009/10 unter Thorsten Fink den Einzug in die K.-o.-Phase eines europäischen Wettbewerbs. Seither folgten zwei Achtelfinals in der Champions League und je ein Halb-, Viertel- und Sechzehntelfinal in der Europa League. Heusler warnt denn auch vor allzu überrissenen Erwartungen in Zukunft. «Denken wir nur daran, wie viel in Salzburg investiert wurde in den letzten Jahren – aber der Traum Champions League ist noch immer nicht realisiert.» Es könne sehr wohl passieren, dass der FCB in Zukunft wieder einmal die Gruppenphase verpasse.

Champions League nicht auf sicher

Nun, es ist zumindest nicht ausgeschlossen, dass der Weg in die Champions League schon in naher Zukunft wieder schwieriger wird. Der Schweizer Meister 2015 ist nämlich nur dann direkt für die Königsklasse qualifiziert, wenn das auch die Sieger der diesjährigen Champions und Europa League über ihre Ligen schaffen. Das ist, zumindest bei der Europa League, fraglich. Vielleicht hilft ja Daumen drücken für Wolfsburg, Zenit St. Petersburg, Dynamo Kiew oder die AS Roma.

Die Grenzerfahrung, die der FCB in Porto erleben musste, diente allen Beteiligten dazu, in Erinnerung zu rufen, dass es an sich ja schon Respekt verdient, überhaupt im Achtelfinal der Königsklasse zu stehen. Mehr zu erwarten wäre als Schweizer Klub völlig vermessen. Streller sagte: «Es ist einfacher, ein solches Ausscheiden zu akzeptieren als eine unnötige, knappe Niederlage. Wir sind gegen ein Weltklasse-Team ausgeschieden. Was wir zuvor in der Gruppenphase ablieferten, war zumindest Spitzenklasse.»

Schliesslich sinnierte er ob all der Fragen danach, was es denn brauchen würde, um als FC Basel einmal das Niveau von Porto zu erreichen, doch noch ein wenig: «Es wäre spannend gewesen, zu sehen, was möglich wäre, wenn der FCB sein Team in den letzten fünf Jahren hätte zusammenhalten können.» Aber natürlich weiss Streller, dass diese Gedanken nicht mehr als ein Spiel der Fantasie sein können.

Für einen wie Walter Samuel wäre in so einem FCB-Dream-Team kein Platz. «Es war ein schlimmer Abend, auch für mich», sagte er. «Ich war sauer, wie das Spiel gelaufen ist. Dann kam es auf diese rote Karte auch nicht mehr an, es war ja längst entschieden.»

Nur Porto sorgte für Highlights

Torhüter Tomas Vaclik schliesslich gelang keine einzige Schlüsselparade. So, wie sich das der FCB von Yann Sommer über Jahre gewohnt war. Vaclik konnte nur feststellen: «So läuft das manchmal in der Champions League. Die Tore werden bestimmt noch in vielen Highlights zu sehen sein.»

Es war eine letzte von ein bisschen gar vielen Silben der Bewunderung.

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