FC Basel

Präsident Heusler bestätigt: «Gonzalez wird den FC Basel wohl verlassen»

FCB-Präsident Bernhard Heusler schliesst nicht aus, dass für Gonzalez ein Ersatz verpflichtet wird.

FCB-Präsident Bernhard Heusler schliesst nicht aus, dass für Gonzalez ein Ersatz verpflichtet wird.

Nach dem 3:1 in Posen, dank dem der FCB mit einem Bein in den Champions-League-Playoffs steht, beantwortete Heusler einige Fragen. Er sprach über einen bevorstehenden Abgang, über die Anspannung vor den Qualifikationsspielen und über Marco Streller.

Ein sichtlich tiefenentspannter Bernhard Heusler schlenderte nach dem 3:1 des FC Basel im Hinspiel der Champions-League-Qualifikation gegen Posen durch die Katakomben des INEA-Stadions. Nach einem kurzen Schwatz mit Davide Callà, der in der Nachspielzeit das 3:1 erzielte, stellte er sich den Fragen der Journalisten. Am drängendsten war natürlich jene zur Situation um Derlis Gonzalez, der kurz vor einem Wechsel zu Dynamo Kiew steht.

Bernhard Heusler, haben Sie sich bereits von Derlis Gonzalez verabschiedet?

Heusler: Das noch nicht. Aber ich kann bestätigen, dass er in Kiew weilt, um dort die medizinischen Tests zu machen und anschliessend einen Vertrag zu unterschreiben.

Sind sich die Klubs über die Ablösesumme einig?

Ja – sonst wäre Derlis nicht in Kiew. Es fehlen noch ein paar Kleinigkeiten, darum kann der FCB den Abgang noch nicht definitiv bestätigen. Aber es wird wohl so kommen, davon müssen wir – leider – ausgehen.

Ist Gonzalez ein Spieler, den man nach seinem Abgang ersetzen muss?

Solche Gedanken haben wir uns gemacht und haben Alternativen in der Hinterhand. Wenn er uns verlassen sollte, verlieren wir viel Geschwindigkeit auf den Flügeln. Es ist möglich, dass wir etwas machen. Es wird aber keinen Schnellschuss geben – wenn, dann holen wir einen Spieler, den wir schon länger beobachten.

Zum Spiel hier in Posen: Es war eine dieser Partien, die sie als Präsident nicht geniessen können.

Das stimmt, es steht in dieser Phase des Wettbewerbs so viel auf dem Spiel – sowohl sportlich als auch finanziell. Da regt man sich über jeden falsch gegebenen Einwurf oder ein nicht gepfiffenes Foul grausam auf. In Spielen wie etwa im letzten Herbst in Madrid kann man hingegen einfach geniessen.

Ihre Erleichterung muss nach dem 3:1-Sieg entsprechend gross sein, so wirken Sie zumindest.

Erleichtert bin ich in der Tat. Man erhofft sich ja viel im Voraus. Doch dass wir mit einem 3:1 im Gepäck den Rückflug nach Basel antreten werden, hätte ich nicht erwartet.

Was waren Ihre Bedenken?

Wir sind in der Super League super aus den Startlöchern gekommen. Doch Europacup ist eine andere Hausnummer. Wie gehen die neuen Spieler damit um? Wie die ganze Mannschaft? Dies gepaart mit der gewaltigen Stimmung, die schon vor dem Anpfiff herrschte, hat mich schon auch ein wenig unruhig gemacht. Man nimmt ja oft erst vor Ort wahr, wie gross der Gegner tatsächlich ist: Lech Posen ist polnischer Meister, das Stadion ist beeindruckend, die Stimmung gewaltig.

Nach dem 3:1 auswärts kann eigentlich nichts mehr schiefgehen mit dem Erreichen der nächsten Runde. Das Rückspiel in einer Woche im St. Jakob-Park verkommt zur Kür.

Wir haben den halben Weg erfolgreich hinter uns gebracht – nicht mehr, nicht weniger. Es ist sehr wichtig, dass wir uns für die Playoffs qualifizieren. So ist garantiert, dass wir dem Basler Publikum während der ganzen Vorrunde Europacup präsentieren können (Anm. d. Red; erreicht der FCB die Champions-League-Playoffs, hat er einen Platz in der Europa-League-Gruppenphase auf sicher. Das Ziel ist dann aber natürlich, in die Gruppenphase der Königsklasse einzuziehen). Und es ist fundamental für das Ansehen des Schweizer Klubfussballs, im Herbst in einer der Gruppenphasen vertreten zu sein.

Beim FCB ist der Trainer neu, viele Spieler sind neu, Leader wie Streller und Frei sind weg. Wie beurteilen Sie als Präsident die Entwicklung der ersten Wochen?

Es ist noch sehr früh, zu früh, um zu bilanzieren. Doch ich sehe natürlich auch, dass viele Dinge schon gut klappen. Die neuen Spieler sind super integriert und strahlen eine grosse Zufriedenheit aus, was mich besonders freut. Und sie haben ihre Wichtigkeit bereits unter Beweis gestellt: Herr Lang (Michael Lang) und der Lange (Marc Janko) mit ihren Toren gegen GC und hier in Polen. Und Birkir (Bjarnason) war in beiden Spielen an Treffern beteiligt.

Die Neuen scheinen schnell begriffen zu haben, was es heisst, für den FCB zu spielen.

Wir haben extra darauf geachtet, Spieler zu holen, die Basel nicht erst auf der Landkarte suchen müssen. Mit Streller, Frei und Schär haben wir ja drei Führungsspieler verloren. Doch, ich bin zufrieden damit, wie es bisher gelaufen ist.

Apropos Streller: Wann tritt er seinen Job als Schnupperstift beim FCB an?

Am Freitag kehrt er aus den Ferien zurück nach Basel und fängt die nächsten Tage bei uns an. Schnupperstift ist das falsche Wort: Marco wird zwar in viele Bereiche im Verein hineinblicken und so alles kennenlernen, doch es gibt bereits konkrete Projekte, die er übernommen hat. Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit.

Meistgesehen

Artboard 1