Testspiel

Rudi Völler: «Shaqiri hat einen Fehler gemacht»

Bundesligist Bayer Leverkusen gastiert bald in Basel. In einem Talk plauderten am Dienstag die Sportchefs der beiden Clubs locker aus dem Nähkästchen.

«Jetzt hab ich mich grad gefragt, wo denn da die Untertitel dazu stehen», sagte Rudi Völler, als eine Frage in Dialekt gestellt wurde. Damit hatte er am Talk im Bayer-Gebäude die Lacher auf seiner Seite und der lockere Rahmen für das Gespräch mit dem Leverkusen-Sportchef und seinem Pendant beim FC Basel, Georg Heitz, war gegeben.

Am 15. Juli bestreitet der FC Basel ein Testspiel gegen den Bundesligisten. Das Event wird vom deutschen Pharmaunternehmen mit Sitz in Basel organisiert. Bayer Health Care rührt nun die Werbetrommel und veranstaltete ein Gespräch mit den beiden Experten. Diese plauderten dabei aus dem Nähkästchen. Geredet wurde über den Alltag als Sportdirektor, immer wieder untermalt mit witzigen Anekdoten aus dem Fussball-Geschäft.

  • Zur Transferpolitik: Xherdan Shaqiri, ehemaliger FCB-Star, nun im Einsatz für Inter Mailand, war Völlers Beispiel für schlechte Klubwechsel. Geld sollte nicht die grösste Rolle spielen: «Shaqiri machte den falschen Schritt. Man entwickelt sich nur, wenn man regelmässige Einsätze hat, Training mit Top-Spielern hin oder her.» Völler lobte aber die hervorragende Arbeit, die der FC Basel im Nachwuchsbereich leistet. Georg Heitz hingegen schlug den Bogen zur Aktualität und versicherte, dass man insbesondere in der Kreativ-Abteilung der Mannschaft noch auf dem Transfermarkt tätig würde: «Die Defensive hingegen steht soweit fest.»
  • Zur Rolle des Sportchefs: Als «Tante Käthe», wie Völler von Fans zuweilen scherzhaft genannt wird, kurz nach dem Ende seiner ersten Karriere 1996 als Sportdirektor eingestellt wurde, bestand seine Hauptaufgabe darin, «nicht zuzunehmen, bei all den Essen mit Reiner Calmund». Heitz hingegen sprach über die heutigen Herausforderungen im Geschäft. Er sagte, dass «der Verein unabhängig von Personen sein muss, also von den Trainern, dem Präsidenten und in letzter Konsequenz auch dem Sportdirektor.»
  • Zum Nachwuchs: «Albian Ajeti und Robin Huser, bereits bekannte Gesichter in der Super League, stehen nun vor dem schwierigsten Schritt: Dem Übertritt in die erste Mannschaft», sagte Heitz über die nächsten Talente aus der Jugendabteilung. Bei diesen Namen wurde auch Völler hellhörig: «Da schreib ich doch gleich mit!», entfuhr es ihm, worauf ihm Heitz im Scherz seine Visitenkarte zusteckte.
  • Zum Testspiel: «Der FC Basel ist ein Topklub», sagte Völler. Es sei ein guter Test für Leverkusen. In Erinnerung an den Besucherauflauf der Walliser im Cupfinal gegen den FC Sion hoffte Heitz einzig darauf, nicht mehr im eigenen Stadion in Unterzahl zu sein. Und was ist mit den 3000 Bayer-Angestellten aus Basel, die Tickets für das Testspiel erhalten haben, werden sie nun den FCB oder Bayer Leverkusen unterstützen? «Ich schau ganz genau, wer welchen Schal anhat!», meinte Rudi Völler dazu.

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