Jetzt auch noch der Goalie: Ein Muskelfaserriss im Adduktorenbereich zwingt Tomas Vaclik in den kommenden vier Partien bis zur Winterpause zum Zuschauen. Der Tscheche verpasste schon das Europa-League-Spiel am Donnerstag gegen Fiorentina, gestern Vormittag dann die bittere Diagnose.

Wieder eine Muskelverletzung im FCB-Kader – die neunte der laufenden Saison. Grund genug für Urs Fischer und sein Trainerteam, dem Problem auf den Grund zu gehen. Direkt im Anschluss an das 2:2 gegen die Fiorentina traf sich der Staff zu einer Krisensitzung mit dem Thema «Muskelverletzungen». Und das Gespräch war ergiebig, wie Fischer am Tag danach erklärt: «Wir kennen die Gründe für die vielen Verletzungen. Wir haben bereits Dinge im Trainingsalltag geändert und werden dies auch in Zukunft tun.»

Wer ist schuld am Basler Schlamassel?

Konkreter wollte Fischer nicht werden: «Das bleibt intern.» Aber, so der 49-Jährige, man tue etwas. Zuletzt war Fischer vorgeworfen worden, er nehme das Thema nicht ernst genug, weil er sagte, bei der Verletztenserie sei viel Pech dabei und solche Dinge gebe es nun mal im Fussball. «Wir tun etwas dagegen, weil wir uns selber am meisten darüber ärgern. Aber wir lassen uns nicht verrückt machen.»

Die nicht enden wollende Verletztenmisere war natürlich das dominierende Thema des gestrigen Mediengesprächs. Fischer wehrte sich vehement gegen Zeitungsberichte, wonach der FCB eine Teilschuld auf die Nationalmannschaften schiebe.

Die beiden jüngsten Opfer Manuel Akanji und Tomas Vaclik erwischte es kurz nach der Rückkehr aus der Länderspielpause. Bei Letzterem begannen die Adduktorenprobleme sogar im Kreis der Nationalmannschaft, klangen dann aber wieder ab. «Wir nehmen uns keineswegs aus der Schusslinie», so Fischer, «aber in den Nationalmannschaften wird nun mal anders trainiert als im Verein. Vielleicht weniger intensiv. Ich habe nur gesagt, dass das einen Einfluss haben kann, wenn die Spieler dann zurückkehren in den Trainingsalltag beim Verein. Von Schuldzuweisungen kann keine Rede sein.»

«Eines der härtesten Spiele»

Nach all den Hiobsbotschaften der vergangenen Wochen kann der FCB froh sein, produzierte das Spiel gegen die Fiorentina keine weiteren Ausfälle. Auch Breel Embolo, auf den die Italiener eine regelrechte Hetzjagd betrieben und der mittlerweile der meistgefoulte Spieler der Europa League ist, ist gesund. «Es war eine der härtesten Partien, die ich als Trainer erlebt habe. Ich bin stolz, wie meine Spieler den Kampf angenommen hatten, das war der Schlüssel zur Aufholjagd vom 0:2 zum 2:2», so Fischer.