Nach einer Spielstunde trabt Nico Abegglen in die Coaching-Zone des FC Wohlen. Erstmals klatscht FCW-Coach und Sportchef Martin Rueda seine jüngste Neuerwerbung ab. Danach gesellt Abegglen sich zu seinen Teamkollegen auf die Bank, jenen Ort, den er in Zukunft möglichst meiden will. Der 25-jährige Mittelstürmer, dessen Verpflichtung aus Vaduz keine 24 Stunden zuvor publiziert wurde, erhielt in der gestrigen Testpartie gegen Muri die erste Möglichkeit, seine Fähigkeiten zu präsentieren.

Schnell, agil und torhungrig. Das sind die Qualitäten des ehemaligen U21-Nationalspielers. Mit nur einer Trainingseinheit in den Knochen, schöpfte Abegglen selbstverständlich noch nicht aus dem Vollen. Mit einem Tor und einem Assist mochte er die ersten Erwartungen stillen. Abegglen weiss, dass er den Rhythmus noch finden muss, hat er in der abgelaufenen Super-League-Saison doch nur zwölf Partien bestritten. Solche Zahlen will er mit seinem Freiämter Engagement vergessen machen.

Direktiven nicht umgesetzt

Nicht vergessen hat man in Muri das letzte Rencontre mit dem Bezirksrivalen aus Wohlen. Vergangenen Herbst bezwang der FCW den zwei Ligen tiefer situierten Klub mit 3:0 im Rahmen des Schweizer Cups. Vergleichbare Derby-Emotionen wollten gestern auf der Sportanlage Bachmatten nicht aufkeimen. Obwohl die Szenerie mit einem Provinzplatz zwischen einer Badeanstalt und einem Sonnenblumenfeld die Herzen aller Fussball-Romantiker erwärmte.

2:2 endete die erste Halbzeit, in der Wohlens Rasengeneral Martin Rueda mit einer 4-4-1-1-Formation agierte. Rueda haderte mit dem defensiven Auftritt seines Gros'. «Wir haben uns vorgenommen, keinen Treffer zu erhalten – und mussten gleich zweimal einen Rückstand korrigieren», wird der Freiämter Ruhepol nach dem Spiel sagen.

Immerhin, der Challenge Ligist wusste jeweils postwendend zu reagieren. Brahimi und Abegglen egalisierten jeweils. Im zweiten Durchlauf rotierte Rueda kräftig und ermöglichte auch der zweiten Garnitur wertvolle Einsatz-Minuten. Dass dem FC Wohlen trotz dem schlussendlich souveränen 4:2-Sieg im Sturm eine adäquate Alternative zu Neueinkauf Abegglen fehlt, wurde rasch ersichtlich. Derweil sondiert Rueda weiter den Markt und wartet «auf den Richtigen».

Somit darf man am kommenden Montag zur Challenge-League-Ouvertüre gegen den Kantonsrivalen aus Aarau mit Nico Abegglen in der Sturmspitze rechnen. Coach Rueda vergewissert, dass die Freiämter bereit seien. Und Nico Abegglen nimmt seinen ersten Schritt in Angriff. Es ist ein Schritt nach vorne.