Alles war angerichtet für ein Fussballfest im Stadion Niedermatten in Wohlen. Ein herrlich warmes Lüftchen wehte und die Wolken malten Muster in den blauen Himmel. So strömte dann auch die Fussballprominenz in Scharen ins Freiamt und man tauschte sich aus. Wohlens Präsident Lucien Tschachtli freute sich beispielsweise zusammen mit St. Gallen- und ex-Servette-Stürmer Goran Karanovic darüber, dass man nächste Saison wieder zwei Spieler mehr (Alban Pnishi wechselt zu GC und Roman Buess zum FC Thun), mit Wohler Vergangenheit in der Super League beobachten kann.

«Ich freue mich unglaublich für Alban, dass er es zu GC geschafft hat», plauderte Karanovic, der selbst auch beim FC Wohlen das Fussballspielen gelernt hat. «Und bei welchem Klub spielst du nächste Saison?», fragte Tschachtli sogleich. Karanovic war sich der vielen mithörenden Ohren bewusst. Er ignorierte die Frage und antwortete: «Mir geht es wunderbar, ich bin gesund und ich komme hier hin um Fussball zu schauen.»

Fussball geschaut haben gestern Abend zusammen mit 1310 weiteren Fussballfans auch Ivan Benito, der momentan sein Studium in Sportmanagement in St. Gallen abschliesst und nebenbei seine eigene Spielerberatungsagentur verbessert. Und auch Sport-Kommentator Matthias Hüppi vom Schweizer Fernsehen liess sich das Spiel des Zweiten gegen den Dritten der Challenge League nicht entgehen. Hüppi wohnt auf dem Mutschellen und schätzt es sehr, dass es in Wohlen ab und zu am Montag Challenge-League-Fussball zu sehen gibt: «Am Wochenende bin ich eigentlich immer im Einsatz. Deshalb geniesse ich es, wenn ich unter der Woche das regionale Sportgeschehen ein bisschen enger verfolgen kann.»

Wohlen startete besser

Die FC-Wohlen-Fans kamen dann zu Beginn der Partie auch in den Genuss eines erfrischenden Spiels und die Truppe von Trainer Ciriaco Sforza machte dabei den stärkeren Eindruck. Nach zehn Minuten flankte Simon Grether zur Mitte und Simone Rapp brauste auf Höhe der Sechzehnerlinie zum Kopfball heran und schaffte es beinahe Servette-Goalie Frick zu überlobben.
Nur wenig später konnte Mergim Brahimi einen Freistoss aus dem Halbfeld in den Strafraum schlagen. Dort sprang der Ball Servette-Verteidiger Pont so an die Hand, dass ein Penaltypfiff des Schiedsrichters auf keinen Fall falsch gewesen wäre.

In der 21. Minute war es dann aber doch soweit: Joel Geissmann nahm den Ball im Strafraum wunderbar mit der Brust mit und liess so Aussenverteidiger Markovic stehen. Die Hereingabe des robusten Mittelfeldspielers fand Simone Rapp, der ohne Probleme alleine vor dem Tor zur Führung einschieben konnte.

Starke Leistung von Tahiraj

Das geschickte Wohler Pressing und die guten Pässe im Angriff konnte man nach dem Tor noch rund zehn Minuten lang bewundern. Dann war damit Schluss. Ab der 30. Minute kam nichts mehr Erwähnenswertes in der Offensive und Servette begann zu drücken.

Einzig Flamur Tahiraj – der Ersatztorwart wechselt in den letzten Spielen auf der Goalieposition mit seinem Konkurrent Joel Kiassumbua ab – konnte sich noch positiv in Szene setzen. In der 42. Minute hält er einen scharf aber unplatziert geschossenen Penalty von Servette-Stürmer Roux. «Ich wusste ungefähr, wie er schiesst, weil ich gegen ihn mit Schaffhausen schon einmal einen Penalty gehalten habe», erzählte Tahiraj nach dem Spiel.

Sonst suchte man bei Wohlen nach Erklärungen und Simone Rapp fand eine: «Wir haben heute einfach nicht den Willen zum Gewinnen gehabt.» Schade, man hätte heute illustren Namen zeigen können, wie gut der FC Wohlen diese Saison ist.

Der Spielverlauf zum Nachlesen im Liveticker:

Scribblelive: Wohlen - Servette 18.5.2015