Nur zu gerne erinnert man sich bei den FC Schlieren Frauen an den 25. Mai 2011 zurück: Dank eines Doppelpacks der ehemaligen Nationalspielerin und Kapitätin Sheila Loosli sicherten sich die Limmattalerinnen den ersehnten Aufstieg in die NLA. Dieser Triumph war gleichzeitig das letzte Spiel der damals 40-jährigen Loosli.

Nach dem Abtritt der Wahl-Aargauerin war die Captain-Binde Sache von erfahrenen Eigengewächsen, wie Isabelle Dreyer oder Rahel Lattmann - bis zur aktuellen Spielzeit. Denn seit diesem Sommer bekleidet mit Nadine Patt erstmals seit der „grossen, alten Dame Loosli“ (O-Ton-Tages-Anzeiger vom 2011) wieder eine Auswärtige das Amt der Spielführerin. Besonders bemerkenswert: Die Bündnerin gehört mit ihren 21 Jahren eher zu den jüngeren Akteuerinnen des NLB-Teams.

Hohe Akzeptanz im Team

Es spricht für die Persönlichkeit von Patt, dass sie von ihren Mitspielerinnen als Nachfolgerin der im Sommer zurückgetretenen Lattmann gewählt wurde. „Ich war schon etwas überrascht, aber natürlich habe ich mich über diese Ehre unglaublich gefreut“, erzählt die Mittelfeldstrategin bescheiden. Von dieser Persönlichkeit schwärmt auch Teamkollegin und Angreiferin Ramona Miotti: „Nadine ist dank ihrem grossen Kämpferherz ein Vorbild für alle. Ausserdem strahlt sie dem Team immer viel Ruhe aus.“ 

Auch heute noch spürt die neue Frau Kapitän das vor rund vier Monaten ausgesprochene Vertrauen des Teams. „Es ist grossartig, wie mich meine Mitspielerinnen unterstützen. Besonders die Unterstützung der erfahrenen Spielerinnen, wie beispielsweise der Dreyer-Schwestern, hilft mir enorm“, sagt Patt. Auf ihre neue Rolle im Team konnte sich die 21-Jährige in den letzten beiden Spielzeiten dank ihrer damaligen Nebenspielerin gut vorbereiten - zusammen mit Lattmann bildete sie jeweils das zentrale Mittelfeld-Duo.

Artig bedankt sich Patt zudem beim Trainer Robert Tonic. Weil der auf diese Saison hin gekommene Übungsleiter des FC Schlieren seine Spielerinnen noch nicht kannte, wurde die Captain-Wahl erst überhaupt ins Leben gerufen. Und wie es sich für eine gute Spielführerin gehört, hat die Studentin nur gute Worte für ihren Coach übrig: „Seine Trainingseinheiten sind zwar sehr intensiv, aber es macht grossen Spass. Mit ihm können wir noch viel erreichen.“

Studium als Schlieremer Glücksfall

Aufgewachsen ist Patt im beschaulichen Cazi - rund 20 Kilometer Luftlinie der bündner „Metropole“ Chur entfernt. In Chur durchlief die Wahl-Schlieremerin die Nachwuchs-Stationen und gehörte bereits als 15-Jährige zum 1.Liga-Kader von Chur 97 (heute 2. Liga). Zwar unterschrieb sie im Winter 2012 beim Ligakonkurrenten Thusis-Cazis. Weil dieser Übertritt aber in der Winterpause erfolgte, und Patt sich entschied Gesundheitswissenschaften an der ETH Zürich zu studieren, spielte sie nie für ihren neuen Klub. Stattdessen zog das Mittelfeldtalent ins Limmattal und trainierte fortan beim FC Schlieren. „Ich wurde sofort gut aufgenommen und schnell angefragt, ob ich nicht fix beim FCS bleiben wollte“, erinnert sich Patt zurück. 

Heute, zwei Jahre nach ihrem Umzug, will die Bündnerin zusammen mit ihren Kolleginnen in Schlieren Grosses erreichen: „Unser Ziel ist der Einzug in die Auf-/ Abstiegsrunde der NLA - dann natürlich falls möglich der Aufstieg.“