Ski-WM

Falschfahrer, Nebel und eine unglückliche Speed Queen zum Auftakt

Der Super-G der Frauen wird noch lange in Erinnerung bleiben. Noch selten ging so viel schief. Für die Amerikanerin Lindsey Vonn ist die Saison zu Ende. Sie stürzte beim Auftaktrennen schwer und zog sich dabei eine komplexe Knieverletzung zu.

Um Punkt 11 Uhr sollte es eigentlich losgehen in Schladming. Sollte, denn der Nebel machte den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung. Im Viertelstundentakt wurde der Super-G verschoben. Geduld war gefragt – besonders von den Fahrerinnen. Die Funksprüche von FIS-Renndirektor Atle Skardal wiederholten sich: «Nicht fahrbar.»

Um kurz vor 14 Uhr glaubte eigentlich niemand mehr daran, dass noch gefahren wird. Der Nebel hing immer noch tief. Lara Gut sass zu diesem Zeitpunkt mit der späteren Siegerin Tina Maze in einer Hütte oben beim Start und plauderte über Gott und die Welt. Ablenkung – ohne den Fokus zu verlieren.

Sturz von Lindsey Vonn

Sturz von Lindsey Vonn

Dann ging alles schell. Hektik kam auf im Fahrerlager. Es wird gefahren machte die Runde. Und tatsächlich: Der Nebel war verschwunden, machte einem leichten Schneeschauer Platz. Um 14.30 Uhr und somit zum spät möglichsten Zeitpunkt, um mindestens 30 Fahrerinnen bei Tageslicht ins Ziel zu bringen, ging es los. So spät wurde in der Geschichte der Ski-WM noch nie gestartet.

Der Startintervall wurde verkürzt. Es ging um Minuten. Hält das Wetter, bleibt es hell? Die ersten Fahrerinnen erreichten das Ziel. Auch Dominique Gisin mit der Acht. Dann aber plötzlich der Unterbruch. Ein Streckenarbeiter war gestürzt, blieb verletzt liegen. Der Rettungshelikopter musste her, die Minuten verrannen. Wieder warten.

15 Minuten später ging es weiter. Tina Weirather startete. Doch die Liechtensteinerin scheiterte auf dem Weg, Geschichte zu schreiben. Nie zuvor hatte eine Fahrerin an gleicher Stelle WM-Gold gewonnen wie ein Elternteil (Harti Weirather 1982). Sie schied aus.

Der Schweizer Kurssetzer Daniele Petrini hatte ein blindes Tor gesteckt. Das heisst, die Fahrerinnen kommen über eine Kuppe und sehen das Tor erst in letzter Sekunde. Weirather war nicht die einzige Fahrerin, die an dieser Stelle scheiterte. Es erwischte sie reihenweise. Eines der Opfer war die österreichische Medaillenhoffnung Anna Fenninger: «Die Besichtigung war gefühlte 100 Stunden her und es war so neblig. Ich weiss nicht, was da genau passiert ist.» Österreich ging leer aus.

Am schlimmsten erwischte es aber Lindsey Vonn. Die Amerikanerin, die erst gerade von einer Auszeit zurückkehrte, landete nach einem Sprung unglücklich auf einem Ski und stürzte schwer. Das Knie der 28-Jährigen wurde dermassen verdreht, dass sie sich eine komplexe Knieverletzung zuzog und mit dem Helikopter ins Spital geflogen werden musste. Am Abend teilte das US-Team mit, dass sich Vonn einen Riss des vorderen rechten Kreuzbandes, einen Riss des Innenbandes und eine Fraktur des Schienbeinkopfes zugezogen hatte. Damit ist die Saison der Speed Queen beendet.

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