Dealer an der Schule

An der Gelterkinder Drogen-Schule wird die Pausenaufsicht verstärkt

An der Sekundarschule in Gelterkinden werden mit diversen Drogen gedealt. Unter anderem auch mit Cannabis oder Kokain. (Symbolbild) An der Sekundarschule in Gelterkinden werden mit diversen Drogen gedealt. Unter anderem auch mit Cannabis oder Kokain. (Symbolbild)

An der Sekundarschule in Gelterkinden werden mit diversen Drogen gedealt. Unter anderem auch mit Cannabis oder Kokain. (Symbolbild) An der Sekundarschule in Gelterkinden werden mit diversen Drogen gedealt. Unter anderem auch mit Cannabis oder Kokain. (Symbolbild)

Laut der Baselbieter Jugendanwaltschaft (JA) sind Anzeigen gegen Kinder (bis 15. Geburtstag) und Jugendliche der Sek Gelterkinden eingegangen. Sanktionen seien noch nicht ausgesprochen worden.

An der Sekundarschule Gelterkinden im Baselbiet hat das Lehrerkollegium gestern seinen Eröffnungskonvent zum neuen Schuljahr durchgeführt. Diese Schule war wegen mit Drogen dealenden und Drogen konsumierenden Kindern und Jugendlichen vorletzte Woche in die Schlagzeilen geraten und hatte in den vergangenen Monaten eine schwierige Situation zu bewältigen.

Diesbezüglich habe sie am Konvent unter anderem den Medienhype thematisiert, erklärt Schulleiterin Barbara Zwygart. «Wir sehen ihn als Mediengeschichte im Sommerloch, die aufgebauscht worden ist.» Die Lehrerschaft sei besorgt darüber, dass so viele Medien dieses Thema aufgenommen und dadurch eine derart grosse Resonanz ausgelöst hätten. «Bei uns war es ruhig, Anrufe von besorgten Eltern blieben aus», konstatiert Zwygart.

Die verstärkte Pausenaufsicht, die seit Frühling besteht, wird beibehalten. Die Schulordnung sowie fast das ganze Regelwerk wurden nochmals überprüft. Wie viele Schüler, die in Drogengeschäfte involviert sind, per Ende letzten Schuljahres die Sek Gelterkinden verlassen haben, dazu will die Schulleiterin nichts sagen. Wie die neuen Schüler, die am Montag in die Schule eintreten, vor dem Drogen-Netzwerk geschützt werden sollen, wird gleich nach den Ferien an den Elternabenden der neun neuen Klassen angesprochen.

Die Schulleitung ist von Fachstellen nie kritisiert worden. Diese stellten unisono fest, dass sie richtig gehandelt hat. Dazu Barbara Zwygart: «Das sind für uns ganz wichtige Rückmeldungen. Wir haben viel reflektiert und uns stets gefragt: Sind wir auf dem richtigen Weg? Es war eine sehr anspruchsvolle und besorgniserregende Lage, die viel Energie gekostet hat.» Die Situation hat sich schon vor den Sommerferien beruhigt.

Ermittlungen laufen

Laut der Baselbieter Jugendanwaltschaft (JA) sind Anzeigen gegen Kinder (bis 15. Geburtstag) und Jugendliche der Sek Gelterkinden eingegangen. Sanktionen seien noch nicht ausgesprochen worden, weil Ermittlungen am Laufen seien, sagt Corina Matzinger, die Leitende Jugendanwältin. Über die Anzahl Schüler, die dem Drogen-Netzwerk angehören, machen Polizei und JA aus «ermittlungstaktischen Gründen» derzeit keine Angaben.

Unterschieden wird zwischen reinen Konsumenten, bei denen die Strafverfolgungsbehörden ihr Gewicht primär auf Prävention legen, sowie Kleindealern und Verkäufern, die auch repressiv abgeschreckt werden. Zudem werden von der Jugendanwaltschaft strafrechtliche Sanktionen ausgesprochen. Präventionsangebote und Konsequenzen sind nach Alter verschieden und werden individuell festgelegt. Die JA will ihre Präventionsangebote aufrechterhalten. Hingegen gibt es für begleitende Elternabende, die aus Spargründen gestrichen worden sind, keinen Ersatz.

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