Heute vor einer Woche ass Anthony Bourdain noch Sauerkraut in Colmar, am Mittwoch machte er eine Bootsfahrt auf der Ill. Mitten in den Dreharbeiten für eine Folge seiner Sendung «Parts Unknown», nahm sich der Starkoch am Freitagmorgen das Leben. Er wurde 61 Jahre alt.

Wenig später erhielt die Basler Gugge «Läggerli-Hagger» einen Anruf von CNN. «Wir sollten eigentlich um 16 Uhr am Zollamt St. Louis zum Aufnahme-Set stossen, um die Kultur der Dreiland-Region aus Basler Sicht zu repräsentieren», schreibt ein Mitglied auf Facebook. «Um 10.30 Uhr wurde der Auftritt von der Produktionsleitung abgesagt. Eine Stunde später wussten wir, weshalb.»

Am Freitagmorgen waren Dreharbeiten auf einem Markt in Strasbourg geplant, schreibt die Zeitung «L’Alsace». Fleischerin Christine Spiesser sollte Bourdain und seinen guten Freund Eric Ripert herumführen und die Spezialitäten an ihrem Stand präsentieren. Die beiden liessen auf sich warten. Als die Nachricht vom Tod Bourdains eintraf, war der Schock gross. «Das Filmteam war niedergeschmettert, alle haben sich auf den Boden gesetzt», erzählt Spiesser der Zeitung.

Eric Ripert hat Bourdain erhängt in seinem Hotelzimmer aufgefunden. Staatsanwalt Christian de Rocquigny bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur «Associated Press», dass es sich um einen Suizid handelt. Es gebe keine Hinweise darauf, dass jemand das Zimmer des TV-Kochs betreten hat und keine Zeichen von Gewalteinwirkung.

Bourdins Suizid kam unerwartet, die Dreharbeiten in den Tagen zuvor verliefen normal. Mit dem Filmteam und Ripert besuchte er Sehenswürdigkeiten und Restaurants, unter anderem das «Petit Venise» in Colmar. «Er war sehr sympathisch, postete später ein Foto aus dem Restaurant auf Instagram», erklärt Küchenchef Julien Schroeder gegenüber «L’ Alsace».


«Er war mein bester Freund»

Zahlreiche Prominente äusserten sich zu Bourdains Tod. Starköche wie Jamie Oliver und Gordon Ramsey teilten ihre Anteilnahme auf Twitter. «Anthony war mein bester Freund. Ein aussergewöhnlicher Mensch, so inspirierend und grosszügig», verabschiedet sich Eric Ripert.
Bourdin erlangte durch seine Memoiren internationale Bekanntheit.

Sie gewähren ungewohnte Einblicke in die Arbeit als Koch. Kurz darauf startete seine Karriere beim Fernsehen. Seit 2013 produziert CNN die Sendung «Parts Unknown», in denen er um die Welt reist, unbekannte Orte besucht und kulinarische Geheimnisse lüftet. «Tony war ein talentierter Koch und Geschichtenerzähler», schreibt der Sender in einem Nachruf.