Mit insgesamt 300 000 Franken unterstützt die Baselbieter Regierung die Ausgabe 2015 des Tennisturniers Swiss Indoors unterstützt. Seit 2011 bewegt sich der Beitrag aus dem Baselbiet auf dieser Höhe.

Die Zahl machte die Regierung in ihrer Antwort auf einen Vorstoss von SVP-Landrat Georges Thüring vom September 2013 publik. Sie begründet ihre Unterstützung unter anderem damit, dass der Anlass in der St. Jakobshalle eine grosse Ausstrahlung besitze und einen «mannigfaltigen Nutzen» für die regionale Wirtschaft und Bevölkerung generiere. Ausserdem habe die Swiss Indoors AG ihren Sitz im Kanton Baselland.

Das Geld stammt aus dem Baselbieter Swisslos-Sportfonds. Wie bei Beiträgen in dieser Grössenordnung vorgesehen, hat der Regierungsrat über die Vergabe entschieden – und nicht das Sportamt. Seit 2011 bestehen die 300 000 Franken aus zwei Tranchen: 50 000 Franken fliessen an die Jugendaktion «Take that Ticket», die bereits seit 2005 durchgeführt wird; die übrigen 250 000 bilden den sogenannten Zusatzbeitrag fürs Standortmarketing. Gemeint ist der «Basel»-Schriftzug auf dem Centre-Court hinter den beiden Grundlinien.

Basel zahlt die TV-Spots selber

Wie Baselland bezahlt derzeit auch Basel-Stadt jeweils 250 000 Franken für den Schriftzug, sodass dieser pro Ausgabe eine halbe Million Franken kostet. Basel-Stadt lässt sich das Sponsoring des Turniers insgesamt 324 000 Franken pro Jahr kosten. Das übrige Geld geht in Bandenwerbung und Werbespots während der TV-Übertragungen.

Der Schriftzug ist nicht unbestritten. Georges Thüring hatte bereits 2010 im Landrat einen Vorstoss zum Sponsoring an den Swiss Indoors eingereicht. Damals kritisierte er unter anderem, dass die Marke «Basel» im Vordergrund des Anlasses stehe; dieser berücksichtige den Landkanton nicht genügend. Die Regierung begründete ihren Beitrag an den Namenszug damit, dass mit «Basel» nicht nur die Stadt, sondern auch die Region verkörpert werde.

Rein kommerziell oder nicht?

Kein Thema ist im Vorstoss Thürings der potenzielle Konflikt, dass mit dem Tennisturnier ein kommerzieller Anlass in den Genuss von Swisslos-Geldern kommt (die Sportfonds-Gelder werden vom Swisslos-Fonds gespeist). In Basel-Stadt ist die Verteilpraxis der Swisslos-Gelder unter Beschuss geraten: Ende 2014 erteilte das Bundesamt für Justiz der Basler Regierung einen Rüffel – es sei nicht zulässig, Lotteriefonds-Gelder für kommerzielle Veranstaltungen zu sprechen.

Die Basler Regierung hatte mehrfach Grossveranstaltungen wie das Basel Tattoo oder das Musical «Lion King» mit Beiträgen unterstützt, die laut Verordnung gemeinnützigen Veranstaltungen vorbehalten wären. Die Gelder für den Basler Sponsoring-Auftritt an den Swiss Indoors jedoch sind vom Urteil aus Bern nicht betroffen: Sie stammen aus dem ordentlichen Budget. Der Grosse Rat sprach den Kredit für die Jahre 2011 bis 2016 im Juni 2011. Der Gesamtbetrag belief sich auf fast zwei Millionen Franken.

Im Baselbiet könnte sich die Situation auch als delikat erweisen. Dort ist die Unterstützung von Sportveranstaltungen nicht erlaubt, wenn sie «rein kommerziellen Charakter» aufweisen. So steht es in der kantonalen Verordnung über den Sportfonds. Die Swiss Indoors mit ihren 1,5 Millionen Euro Preisgeld erfüllen dieses Kriterium nicht – jedenfalls lässt diesen Schluss die Vergabepraxis der Regierung zu.