Safari
Auf sanften und nachhaltigen Spuren zum König der Savanne

Die faszinierenden Naturlandschaften und die Wildtiere der Savanne abseits der grossen Touristenströme zu entdecken, liegt in Kenia im Trend.

Dino Nodari
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Zu Besuch bei den Herren der wilden Tiere
18 Bilder
Ein vom Aussterben bedrohtes Grevyzebra
Überwältigende Farben nach der Regenzeit
Elefant im zentralen Hochland von Kenia
Sonnenuntergang im Amboseli Nationalpark
Krieger der Il Ngwesi führen einen Tanz auf
Dorfoberhaupt Peterson Kiperus Namsungu
Il Ngwesi zeigen ihre Tracht
Eine der sechs halb offenen Hütten auf der Il Ngwesi Group Ranch
Das grösste noch lebende Landtier
Elefantenherde im Amboseli Nationalpark
Game Drive im Amboseli Nationalpark
Giraffe im zentralen Hochland von Kenia
Giraffengazelle beim Fressen
Der Kilimanjaro vom Amboseli Nationalpark aus
James Sariku Kinyaga führt Besucher zu Fuss durch die Wildnis
Trotz ihres behäbigen Aussehens können Flusspferde sehr aggressiv sein
Adler hebt ab

Zu Besuch bei den Herren der wilden Tiere

Dino Nodari

Schon im Anflug auf den Lewa-Air-Strip sind die satten Farben überwältigend. Das zentrale Hochland Kenias ist nach dem Ende der Regenzeit eine Landschaft im Überfluss. So weit das Auge reicht, sieht der Besucher nach dem Ausstieg aus dem Kleinflugzeug nur kniehohes, saftiges Gras. Kontrastiert wird das satte Grün von rostroter Erde – irgendwo kreischt ein Pavian.

Ein Trip in die kenianische Savanne prägt nachhaltig. Dass eine solche Reise nicht nur für den Reisenden selbst, sondern auch für die bereiste Natur und die besuchten Menschen nachhaltig sein kann, wird im ostafrikanischen Kenia immer mehr Anbietern bewusst. Fairer und nachhaltiger Tourismus liegt im Trend – und bringt Devisen.

Massai als Lodge-Manager

Nördlich des Mount Kenya liegt die Il Ngwesi Group Ranch. Sie wird nicht von einem internationalen Konsortium geleitet, sondern vom Massai-Stamm der Il Ngwesi (Herren der wilden Tiere). In deren Stammesgebiet liegt auch die 145 Quadratkilometer grosse Ranch. Die 1996 aus lokalem Material gebaute Lodge fügt sich harmonisch in die sanfte Hügellandschaft ein. Nur sechs halb offene Hütten als Zimmer in Hanglage existieren auf der Ranch.

Diese Exklusivität zeigt sich auch auf Safari. Hier gibt es keine Kolonnen von Minibussen und Jeeps, die sich über staubige Strassen schlängeln wie in der Masai Mara oder in anderen überlaufenen kenianischen Nationalparks. Schon bei der Anfahrt zu Lodge zeigt sich eine Zebraherde in unmittelbarer Nähe und mit dabei auch ein seltenes und vom Aussterben bedrohtes Grevyzebra, das unbeirrt neben dem Jeep stehen bleibt und die Besucher eingehend mustert.

Natürlich wird der Busch auch hier grösstenteils mit Fahrzeugen erkundet, was auf die Ökobilanz drückt. Dafür wird in der Lodge das Wasser mittels Sonnenkollektoren geheizt und Strom gibt es nur zu bestimmten Zeiten. Der Besucher ist Teil der Natur, schläft und duscht unter freiem Himmel.

Hier macht William seiner Kate den Antrag

Kein Wunder, machte der britische Thronfolger William hier, unter dem klaren kenianischen Sternenhimmel, seiner Kate den Heiratsantrag. Die Il Ngwesi pflegen beste Verbindungen zum britischen Königshaus. Lady Di besuchte die Lodge schon in deren Entstehungsjahr und Prinz William war seither acht Mal da. Dieses ausserordentliche Naturerlebnis hat aber auch seinen Preis. Die Nacht in einer der Hütten kostet 400 bis 500 Dollar pro Person.

Zum prägendsten Erlebnis bei den Il Ngwesi gehört das Erkunden der Wildnis zu Fuss. Sicherheit hat dabei oberste Priorität, die Fussmärsche werden jeweils von einem bewaffneten Ranger begleitet. Immer wieder mahnt Guide James Sariku Kinyaga dazu, in der Gruppe zu bleiben, sich nicht zurückfallen zu lassen. Schliesslich könne hinter jedem Busch eine Grosskatze lauern. In der feuchten Erde entdeckt er kurz darauf die Spur eines Löwen und schon ein paar Schritte weiter mahnt er zur Ruhe. Keine 50 Meter entfernt stapft ein Elefant durch den Busch.

Die Il Ngwesi Group Ranch ist für Kenia einzigartig, weil sie der lokalen Bevölkerung – den Massai – selbst gehört und die Einnahmen nicht ins Ausland, sondern in die Dorfgemeinschaft fliessen. Ein Besuch im Dorf zeigt denn auch, dass sich die Massai auf die Touristen eingestellt haben, ohne dabei ihre Traditionen aufzugeben. Während die Besucher vom Dorfoberhaupt Peterson Kiperus Namsungu in das Leben der Massai eingeführt werden, feiert die Gemeinschaft die Aufnahme von drei neuen Kriegern in den Stamm. «Nein, wir jagen nicht mehr», erklärt Peterson. «Schliesslich bezahlen die Touristen ja viel mehr dafür, die wilden Tiere hier zu sehen.»

«Ökotourismus ist für uns nicht einfach nur ein Angebot unter vielen, sondern ein echtes Anliegen und Bekenntnis zu unserer Natur und unserem Land», sagt Daniel Karira vom Kenya Tourist Board. Es sei für die Kenianer wichtig, dass der Tourismus im Einklang mit Natur und Menschen stattfinde.

Amboseli: Der fotogenste Park in Kenia

Nachhaltiger Tourismus kann auch in weit bekannteren Parks erlebt werden. So etwa im Amboseli Nationalpark an der Grenze zu Tansania. Zu Recht gilt dieser als fotogenster Park in Kenia. Herumziehende Elefantenherden vor der atemberaubenden Kulisse des Kilimandscharo sind dabei keine Seltenheit.

Die aktuelle Lage in Kenia

Mitte Oktober 2011 sind kenianische Truppen nach Somalia einmarschiert. Seither besteht im Grenzgebiet zu Somalia ein hohes Entführungsrisiko, schreibt das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf seiner Homepage. Das Kenya Tourist Board bestätigt, dass seither weniger Buchungen für Ferien in Kenia getätigt würden. (dno)

Die Ol Tukay Lodge im Zentrum des Amboseli Nationalpark gelegen, setzt ebenfalls auf nachhaltigen Tourismus. Solarpanels sorgen für das Warmwasser in den 80 Chalets und der Stromgenerator wird nur zu bestimmten Tageszeiten betrieben. Zudem bezieht die Lodge Gemüse, Fleisch und Milch aus der örtlichen Gemeinde.

Im Geländewagen geht es von der Ol Tukay Lodgde aus durch die weite Savanne. Irgendwo verliert sich die rote Piste am Horizont zwischen Hügeln. Den Sound dazu liefert ein vielstimmiges Konzert von schnaubenden Flusspferden, berstendem Holz unter den Füssen der Elefanten und zirpenden Grillen.

Die Reise wurde ermöglicht vom Kenya Tourist Board

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