9/11-Prozess
Drei Angeklagte boykottieren Anhörung zu 9/11-Anschlägen

Im Verfahren um die Anschläge vom 11. September 2001 haben drei der Angeklagten die Anhörungen vor dem Sondertribunal des US-Militärs in Guantánamo am Dienstag boykottiert. Der mutmassliche Chefplaner Khalid Sheikh Mohammed und zwei Mitbeschuldigte blieben dem zweiten Anhörungstag in dem US-Gefangenenlager auf Kuba fern.

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Zeichnung der 9/11-Anhörung zeigt die Anwältin des Angeklagten Walid bin Attash und den Richter (Archiv)

Zeichnung der 9/11-Anhörung zeigt die Anwältin des Angeklagten Walid bin Attash und den Richter (Archiv)

Keystone

Neben dem aus Kuwait stammenden Mohammed erschienen auch der Saudiaraber Mustafa Ahmad Al-Hawsawi und der Pakistaner Ali abd Al-Aziz Ali nicht im Gerichtssaal. Richter James Pohl hatte die Angeklagten zuvor von der Anwesenheitspflicht entbunden. Die Jemeniten Ramzi Binalshibh und Walid bin Attash nahmen dagegen auch am Dienstag an der Sitzung teil.

Zum Auftakt am Montag hatte Mohammed dem Gericht die Legitimation abgesprochen. "Ich denke nicht, dass es irgendeine Gerechtigkeit in diesem Gericht gibt", hatte er zu Beginn der fünftägigen Anhörung gesagt. Zugleich bekannte er sich von "A bis Z" zu den Anschlägen.

Anders als bei der Verlesung der Anklage im Mai, als sie aus Protest gegen das Verfahren geschwiegen hatten, antworteten alle Angeklagten am Montag auf die Fragen des Richters. In dem Prozess, der im kommenden Jahr beginnen soll, droht den Männern die Todesstrafe.

Die Verteidigung will in der Anhörung unter anderem erreichen, dass der harsche Umgang der Geheimdienste mit ihren Mandanten in Verhören vollständig öffentlich gemacht werden darf. Die US-Regierung will dagegen Details über die Misshandlung der Angeklagten aus Gründen der nationalen Sicherheit unter Verschluss halten.

Die Angeklagten werfen der US-Regierung vor, sie in Geheimgefängnissen festgehalten und mit Todesdrohungen, Schlafentzug und anderen brutalen Verhörmethoden unter Druck gesetzt zu haben. Mohammed wurde nach offiziellen Angaben mehr als 180 Mal dem sogenannten Waterboarding unterzogen, bei dem der Verhörte zu ertrinken glaubt.

Bei den Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington waren am 11. September 2001 fast 3000 Menschen getötet worden. Die fünf Angeklagten waren zwischen 2002 und 2003 festgenommen worden und verbrachten wie viele andere Terrorverdächtige einige Zeit in geheimen Gefängnissen der CIA, ehe sie nach Guantánamo verlegt wurden.