Norwegen
Mit frechem Grinsen: Massenmörder Breivik vor Gericht fotografiert

Der geständige norwegische Attentäter Anders Behring Breivik ist am Montag bei einem Gerichtstermin in Oslo erstmals öffentlich fotografiert und gefilmt worden. Norwegens grösste TV-Sender übertrugen live, wie Breivik den Gerichtssaal betrat.

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Der Gerichtstermin zur Verlängerung der Untersuchungshaft war begleitet von einem grossen Medienaufgebot. Im Gericht forderte Breivik dann seine sofortige Freilassung. Das von ihm verübte Massaker mit 77 Toten sei ein «vorbeugender Angriff gegen Landesverräter» gewesen, sagte Breivik.

Als Zuhörer beim Haftprüfungstermin haben sich gut hundert Angehörige von Breiviks Opfern und Überlebende seiner Anschläge angemeldet.

Er war gefesselt und erhob seine Hände zu einem Gruss in Richtung Fotografen, ehe die Richterin alle weiteren Fotos und Filmaufnahmen untersagte. Der erklärtermassen an öffentlicher Aufmerksamkeit interessierte Attentäter hatte vorab sein Einverständnis für Fotos und TV-Bilder gegeben.

Anders Breivik beim Anmarsch vor Gericht:
6 Bilder
Anders Behring Breivik steht am 6.Februar 2012 vor Gericht
Breivik wird von mehreren Polizisten begleitet
Unbekümmert blickt Breivik in die Kameras der Fotografen
Anders Breivik wird nach den Verhandlungen unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen zurück ins Gefängnis gefahren

Anders Breivik beim Anmarsch vor Gericht:

Keine zusätzliche Aufmerksamkeit

Die Angehörigen der von Breivik getöteten oder verletzten Menschen verurteilten dieses Vorgehen. Ein Sprecher der Hinterbliebenen sagte der Nachrichtenagentur NTB dazu: «Wir sind absolut dagegen, dass er diese zusätzliche Aufmerksamkeit bekommt».

In der vergangenen Woche hatten die Haftanstalt Ila und Breiviks Anwälte mitgeteilt, dass der 32-jährige Attentäter mit einem grossen ausländischen TV-Sender ein Interview noch vor Beginn des Prozesses am 16. April vereinbart habe. Dies ist nach norwegischem Recht möglich.

Der rechstextreme Islamhasser Breivik hatte am 22. Juli 2011 in Oslo und auf der Insel Utøya insgesamt 77 Menschen getötet. Rechtspsychiater hatten den Attentäter im November für nicht zurechnungsfähig erklärt. Bis zum Prozessbeginn soll dazu ein zweites Gutachten vorgelegt werden. (sda/sha)

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