Pandemie
Österreichs Kanzler will Impfstoff-Allianz schmieden: Ein Kurz-Trip nach Israel

Bundeskanzler Sebastian Kurz sucht beim Thema Impfstoff die Nähe zum sehr erfolgreichen Benjamin Netanjahu.

Stefan Schocher aus Wien
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Sebastian Kurz (r) mit Benjamin Netanjahu.

Sebastian Kurz (r) mit Benjamin Netanjahu.

Bild: Avigail Uzi/EPA

Im Kampf gegen Corona strebt Österreichs Kanzler Sebastian Kurz eine Allianz mit Israel und Dänemark an. Am Donnerstag stattete Kurz zusammen mit der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen Israels Premier Benjamin Netanjahu einen Besuch ab. Die Reise sei Teil einer Strategie, die Österreich fit für künftige Jahre machen soll, hiess es aus dem Kanzleramt. Gegenstand der Reise: Man wolle mit Israel bei der Erforschung und Produktion von Impfstoff kooperieren. Zudem will sich Kurz über Israels Impfpass-Strategie informieren.

Die Allianz mit Israel und Dänemark sei nicht als Abkehr von der EU zu verstehen. «Es ist definitiv kein Verlassen des europäischen Weges», so Kurz vor der Reise.

Sondierungen über die Produktion von Sputnik V

Trotzdem will Österreich in Koordination mit Israel nun Impfstoff produzieren und an Vakzinen forschen. Zugleich führe Kurz «Sondierungsgespräche» mit Russland über die Produktion des Impfstoffes «Sputink V». (siehe Text links). Diese Hyperaktivität hat vor allem innenpolitische Gründe. Denn den selbsternannten Zukunftskanzler holt gerade die Vergangenheit ein. Kurz ist angesichts einer Serie an Korruptionsskandalen angeschlagen.

In Brüssel kommentierte man den Vorstoss von Kurz denn auch nur knapp: Man sei «daran interessiert, von Österreich, Dänemark und Israel zu lernen», so ein Kommissionssprecher. Die Vertretung der EU-Kommission in Wien wollte zu der Reise keine Stellung beziehen.