Der Wahlkampfbus ist eine gute Sache. Das zeigte sich auch gestern Abend wieder in Lenzburg. Denn der Wahlkampfbus beschert uns nicht nur politischen Diskurs und die Begegnung mit Kandidierenden aller Couleurs. Der Bus verhilft auch zu ganz neuen Einsichten, die über den Tag hinaus beschäftigen. Jedenfalls mich.

Zum Beispiel weiss ich jetzt, dass ich höchstwahrscheinlich ein linker Journalist bin. Denn 87 Prozent aller Journalisten sind links. Hat der Herr Glarner vor dem Wahlkampfbus gesagt. Er ist sich zwar nicht mehr sicher, woher er diese Zahl hat. Aber da ist ja auch nicht so wichtig. 

Ich habe dann rasch und unauffällig in die Runde geschaut; einige meiner Kollegen waren ja auch dabei. Einer wählt freisinnig, da bin ich mir sicher; also müssen wir andern, die dabei waren logischerweise alles Linke sein.

Sonst können wir nicht auf 87 Prozent kommen. (Gut, der Journalist, der Wahlwerbung für Irene Kälin in den Bus schmuggelte, da ist wohl schon ein ziemlicher Linker.) Das beschäftigt mich. Dass ich wahrscheinlich ein Linker bin und es bisher nicht gewusst habe.

Aber ich habe noch mehr gelernt. Eine Fahrt auf dem neuen 2,8 Kilometer langen Veloweg von Wohlen nach Bremgarten kostet den Steuerzahler 26 Franken. Hat auch der Herr Glarner gesagt. Und er findet das gar nicht gut.

Mir aber gefällt der Gedanke, dass ich künftig, jedes Mal, wenn ich mit dem Velo von Wohlen nach Bremgarten radle, 26 Franken spare – macht hin- und zurück 52 Franken. Vielleicht wird das meine neue Lieblingsstrecke.

Ja, wer nicht zum Wahlkampfbus geht, der verpasst doch einiges.