Paul Feyerabend, ja der, welcher für «Anything Goes» verantwortlich ist, schrieb irgendwo, vielleicht sogar im oben erwähnten Buch, dass Galilei zwar damals recht gehabt haben möge, als er seine Theorien vom Himmel verkündete, seine argumentative Basis allerdings sei recht schmal gewesen.

Seine Erkenntnisse hatte er mit dem Fernrohr gewonnen. Durch dieses damals neue Instrument sah er, dass sich um den Planeten Jupiter Monde drehten. Das war damals unerhört. Denn nach dem bewährten, von der Kirche bevorzugten Weltbild drehte sich alles, was sich irgendwo drehte, um die Erde.

«Er hatte gar keine Theorie des Fernrohrs.» So schrieb Feyerabend und wollte damit andeuten, dass Galileis Kritiker eben nicht unbedingt die Hornochsen gewesen seien, für die ihn Heutige halten. «Eine Theorie des Fernrohrs». Warum sollte so etwas nötig sein? Wir gucken hindurch – und sehen. Das Rastertunnelelektronenmikroskop – oder wie das Ding heisst – zeigt doch die Atome, wie sie sind.

Auf der Erde können wir nachschauen gehen, ob das, was das Fernrohr zeigt, zwei Kilometer entfernt auch wirklich da ist. Beim Jupiter können wir nicht nachsehen. Galilei sah die Monde – und weil das so aufregend war, glaubte er, was er sah. So einfach ist das. Oder vielleicht doch nicht?