Kommentar

Das Pfand ist nicht die Lösung

Parlamentarier von links bis rechts fordern einen Aufpreis für PET-Flaschen und Alu-Dosen.

Parlamentarier von links bis rechts fordern einen Aufpreis für PET-Flaschen und Alu-Dosen. Der Kommentar.

Im Sommer jagt ein Fest das andere. Fast so regelmässig erscheinen Bilder der Abfallberge, welche die Besucher hinterlassen. Allein das Züri-Fäscht verursachte letztes Wochenende eine Abfallmenge von 290 Tonnen. Viel davon landete am Boden statt im Kübel. Sind wir Schweizer also tatsächlich so weltmeisterlich, wenn es ums Recycling geht?

CVP-Nationalrat Alois Gmür findet nein. In der Schweiz würden auf Plätzen, Strassen und an Strassenrändern Getränkedosen und Getränkeflaschen liegen gelassen. So fordert der Schwyzer Politiker ein Pfand auf PET-Flaschen und Aludosen. Sein Vorstoss wurde von Vertretern fast aller Parteien unterschrieben.

Die Detailhändler, angeführt von Coop und Migros, halten nichts von der Idee. Sie fürchten, dass die Konsumenten wegen des Pfands sogar weniger PET-Flaschen zurückbringen.

Organisatoren von Grossanlässen müssen Umdenken

Würde ein Pfand die bereits hohe Recyclingquote wirklich verbessern? Zweifel sind angebracht. Selbst wenn das Pfand die Quote etwas verbessert, muss dies gegen die Kosten der Umstellung aufgewogen werden. Vielmehr besteht die Gefahr, dass der Anteil rezyklierter Flaschen und Dosen sogar sinkt. Daher ist das heute geltende freiwillige System besser.

Den Organisatoren von Grossanlässen ist jedoch zuzumuten, mehr gegen die Abfallberge zu tun. Sonst braucht es halt doch Zwang. Die Kantone Basel-Stadt oder Bern machen es mit einer Pflicht für Mehrweggeschirr bei Festen vor.

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