Trinkwasser-Initiative

Die Folgen des Deals von Madiswil

CVP-Nationalrat und Bauernpräsident Markus Ritter.

CVP-Nationalrat und Bauernpräsident Markus Ritter.

Vor Jahresfrist legten Bauernpräsident Markus Ritter und der damalige Landwirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann im «Bären» von Madiswil den Streit um die Freihandelspläne bei. Der Deal von Madiswil wirkt nach. Denn die beiden Exponenten legten damals den agrarpolitischen Fahrplan fest. 2020 sollen die beiden Initiativen, welche den Pestizid-Einsatz verbieten respektive reduzieren wollen, an die Urne kommen. Werden sie abgelehnt, kann das Parlament die Agrarreform 2022 + beraten. Der Vorteil für die Bauern: Der Druck für eine ökologische Reform sinkt.

Die Bauern wollen die Initiativen rasch durchs Parlament bringen – an einer Diskussion über einen Gegenvorschlag sind sie nicht interessiert. Zwar bestreiten auch die Bauern nicht, dass zu viele Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in unsere Gewässer und Böden eindringen, verbindlichere Regeln lehnen sie jedoch ab. Sie verweisen auf den Aktionsplan Pflanzenschutzmittel und die nächste Agrarreform 22 + – nur sind das Versprechen, ohne Verbindlichkeit.

Der Deal von Madiswil wirkte wie ein Meisterwerk von CVP-Nationalrat Ritter. Doch seither hat sich das Umfeld geändert: Umweltthemen dominieren die Agenda und die FDP gibt sich plötzlich grün. Mit ihrer Unterstützung ist ein Gegenvorschlag zur Trinkwasserinitiative möglich. Die CVP belächelte die Ökowende der FDP und nannte sich die einzige bürgerliche Partei, die eine nachhaltige Umweltpolitik macht. Das Lächeln dürfte den Parteistrategen vergangen sein. Denn der CVP droht, bei den Pestiziden von der FDP links überholt zu werden.

Meistgesehen

Artboard 1