Kolumne

Die neutrale transparente Journalistin

Alexandra Stark: «Auch wir Journalisten sind auf eine bestimmte Art und Weise sozialisiert. Wir können uns nicht «abstellen».» (Archivbild)

Alexandra Stark: «Auch wir Journalisten sind auf eine bestimmte Art und Weise sozialisiert. Wir können uns nicht «abstellen».» (Archivbild)

Was müssen Sie über mich wissen, um das, was ich hier über Medien schreibe, richtig einordnen zu können?

– kocht gerne
– unterrichtet an einer Journalistenschule
– hat Schuhgrösse 42

Dass ich Schuhgrösse 42 trage und gerne koche, tut natürlich nichts zur Sache. Dafür, dass ich seit 25 Jahren als Journalistin und seit bald zehn Jah­ren am MAZ, der Schweizer Journalistenschule, arbeite.

Von unserem Gegenüber verlangen wir Journalistinnen und Journalisten Transparenz. Von uns wissen Sie im Normalfall wenig. Ich finde, das ist ein Problem.

In meiner ersten Kolumne wollte ich von Ihnen wissen, wie man Journalismus besser machen könnte. Ein Punkt, der als Reaktion immer wieder gekommen ist: Journalistinnen und Journalisten sollten neutral sein.

Das geht nicht. Auch wir sind auf eine bestimmte Art und Weise sozialisiert. Wohnen an einem bestimmten Ort. Interessieren uns für bestimmte Themen. Wir können uns nicht «abstellen».

Wenn wir also schon nicht «neutral» sein können, dann wenigstens «objektiv»! Klingt theoretisch gut, ist praktisch aber kaum einlösbar. Denn schon indem ich ein Thema wähle und ein anderes nicht habe ich eine subjek­tive Wahl getroffen.

Deshalb glaube ich, dass es wichtig ist, so viel von uns preiszugeben, dass sich die Leserin, der Leser ein Bild über die Journalistin machen kann. Wie das aussehen könnte? Zum Beispiel so: https://alexandrastark.ch/alexandra-stark.

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