Überraschen wird Bundesrat Alain Berset am kommenden Montag niemanden, wenn er verkündet, dass die Prämien 2017 um vier bis fünf Prozent steigen werden. Der jährliche Zuschlag ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Dabei ringt das Parlament seit Jahren um Verbesserungen, welche die Kosten senken sollten. Fallpauschalen in Spitälern! Tiefere Medikamentenpreise! Zulassungsstopp für Ärzte! Nichts von alledem hat die Gesundheitskosten nachhaltig dämpfen können. Also steigen auch die Prämien weiter.

Nun hat der Kassenverband Curafutura einen Appell veröffentlicht: Die «gestaltenden Kräfte» des Gesundheitswesens sollen «wichtige Reformen» einleiten und umsetzen. Ach Nein! Auf diese Idee ist bis jetzt noch niemand gekommen. Erstaunlich ist, dass sich der Verband offenbar nicht zu den «gestaltenden Akteuren» zählt – und es also bisher verpasst hat, brauchbare
Lösungen einzubringen. Erstaunlich ist auch, dass immer dieselben Anpassungen gefordert werden: Ärztetarif, Zulassung, Medikamentenpreise. Ideen, die keine Mehrheiten finden. Die Ernüchterung ist gross: Entweder fehlt für wirksame Lösungen die Fantasie – oder es fehlt der Mut.