Kommentar

Die Post betritt Neuland – und muss aufpassen, dass sie sich die Finger nicht verbrennt

Das Coronavirus bescherte der Post eine Paketflut. Um nun effizienter zu werden, will die Post digitalisieren und reformieren.

Das Coronavirus bescherte der Post eine Paketflut. Um nun effizienter zu werden, will die Post digitalisieren und reformieren.

Die Post will sich neu erfinden und mehr auf Online setzen. Um mit anderen Anbietern mitzuhalten wird es nicht reichen, nur die «Swissness» zu betonen, meint unser Autor.

Die Post schreibt immer weniger Gewinn. Die Briefmengen sinken seit Jahren, und die durch das Onlineshopping ausgelöste Päckliflut nötigte ihr hohe Investitionen ab. Nun gibt sie sich eine neue Strategie und legt die Infrastrukturen der Brief- und Paketzustellung zusammen. Etwa 20000 Mitarbeiter sind betroffen. Die Post verspricht sich grosse Synergien. Vermutlich zu Recht.

Doch die Schweizerische Post will nicht nur effizienter werden, sie will auch wachsen. Das müsse sie, betonte die Konzernführung gestern. Sonst lasse sich das gute Angebot nicht länger finanzieren. Als Wachstumsmarkt macht die Post die sichere digitale Kommunikation aus.

Das klingt gut. Als Schweizer Anbieter kann die Post auf mehr Vertrauen als Google, Amazon und Co. zählen. Die Sensibilität für Datenschutz nimmt überall stark zu. Gleichzeitig verlagern Behörden immer mehr Prozesse ins Netz.

Andererseits bleibt vieles offen. Was kann die Post besser als die ausländische Konkurrenz? Welche Anwendungen will sie konkret selbst entwickeln? Zu diesen Fragen blieb die Post vage. Es ist zu hoffen, dass sie bald Antworten hat. Sonst könnte es ihr ergehen wie der Swisscom. Die hat sich mit einer eigenen Chat-App oder einem digitalen Portemonnaie die Finger verbrannt – und lernen müssen, dass es im Internet nicht reicht, einfach nur die Schweizer Herkunft zu betonen.

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