Wer sich im Zug ein Getränk aus einer Glasflasche gönnt, steht am Zielbahnhof vor einer unlösbaren Aufgabe. Die Kübel haben vier verschiedene Einwurföffnungen. Eine für PET-Flaschen, eine für Aluminium-Dosen, eine für Papier und eine für den restlichen Müll. Wohin nun also mit der Glasflasche?

In den PET-Flaschen-Schlund, weil sie sich dort immerhin unter Flaschen nicht ganz so fremd fühlt? Oder zu den Alu-Dosen? Schliesslich entsorgen wir Glas ja bei den Sammelstellen im Quartier in unmittelbarer Nähe zum Altmetall.

So wäre immerhin die Intension erkennbar, korrekt recyceln zu wollen. Sollte man beim jüngsten Gericht also auf die Nutzung der Bahnhofsentsorgungsmöglichkeiten angesprochen werden, könnte man immerhin auf mildernde Umstände plädieren.

Bleibt noch das Altpapier. Hier würde das Fläschlein wenigstens sicher landen. Und wickelt man in der eigenen Küche nicht auch die zerschlagenen Gläser in Papier ein, damit sie nicht den Müllsack aufschlitzen?

Der Restmüll kommt nicht infrage, schliesslich sind wir Schweizer doch Recycling-Weltmeister! Wahrscheinlich gibt es gar keine richtige Lösung. Viel mehr will uns vermutlich irgendeine unsichtbare Macht mit dem unvollständigen Müllregime in den Wahnsinn treiben. Nicht nur am Bahnhof. Oder haben Sie einmal einen PET-Behälter in der Nähe der Recycling-Container im Quartier gesehen?