Kopf runter und nicht bewegen. Ja keine schlafenden Hunde wecken. Dieses Verhalten gehört zum Standardrepertoire der Schweizer Aussenpolitik. Sei es beim Streit um das Bankgeheimnis oder bei den bilateralen Beziehungen zur EU. Probleme werden angepackt, wenn der Druck zu gross wird.

Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse und die Schweizerisch-Amerikanische Handelskammer gehen für einmal den umgekehrten Weg. In einem Brief an das amerikanische Handelsministerium versuchen sie der Kritik der US-Regierung am Schweizer Handelsüberschuss den Wind aus den Segeln zu nehmen und schlagen selbstbewusst neue Gespräche über ein Freihandelsabkommen vor. Dass sich die Amerikaner vom Schreiben aus Zürich beeindrucken lassen und die Schweiz einsichtig von ihrer Beobachtungsliste entfernen, ist zu bezweifeln. Die Zahlen sind eindeutig: 2016 verkauften hiesige Firmen Güter im Wert von über 31 Milliarden Franken in die USA. Die Importe aus den Vereinigten Staaten betrugen mit 14 Milliarden Franken weniger als halb so viel.

Die Eidgenossenschaft ist bislang wohl vor allem dank ihrer geringen Grösse nicht wie Deutschland oder China auf dem Radar von Präsident Donald Trump gelandet.

Trotzdem schadet es nicht, bei US-Behördenvertretern frühzeitig umfassende Aufklärungsarbeit zu leisten. Die Schweiz kann jeden Verbündeten in der amerikanischen Regierung gebrauchen. Sie ist auch mit unausgeglichener Handelsbilanz eine wichtige Wirtschaftspartnerin für die USA und hält sich an die Spielregeln des internationalen Handels. Das kann im allgemeinen Chaos, in dem sich das Weisse Haus zurzeit befindet, vermutlich schnell einmal untergehen.