Milliardenverlust

Die Schweizerische Nationalbank darf nicht mehr schweigen

Aufgrund der Verwerfungen an den Kapitalmärkten gegen Jahresende ist die Schweizerische Nationalbank (SNB) tief in die roten Zahlen gerutscht. (Archiv)

Aufgrund der Verwerfungen an den Kapitalmärkten gegen Jahresende ist die Schweizerische Nationalbank (SNB) tief in die roten Zahlen gerutscht. (Archiv)

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im vergangenen Geschäftsjahr 2018 einen Verlust von 14,9 Milliarden Franken erzielt. Der Kommentar.

Die Nationalbank hat im vergangenen Jahr einen Verlust von fast 15 Milliarden Franken eingefahren. Doch für die Politik ist das kein Grund mit der Diskussion über die Verwendung der Notenbankerträge aufzuhören – ganz im Gegenteil. Der Rekordgewinn von fast 55 Milliarden Franken aus dem Jahr 2017 ist noch in wacher Erinnerung und schon im laufenden Jahr könnte die Kasse wieder laut klingeln. An Vorschlägen, was mit dem Geld zu machen wäre, mangelt es nicht. In den vergangenen Jahren war viel von verschiedenen Arten von Staatsfonds die Rede.

Seit Februar liegt eine neue Idee auf dem Tisch. Die SNB soll die zwei Milliarden Franken, die sie jährlich aus den Negativzinsen einnimmt, den Pensionskassen zuhalten, verlangen Exponenten der SP und der SVP in seltener Einigkeit. Die Idee hat mehr Zugkraft als die bisherigen Vorschläge, aber besser oder gerechter ist sie deshalb nicht. Sie hat indessen das Potential die Nationalbank in die Mühle der Politik hineinzuziehen, was diese scheut wie der Teufel das Weihwasser.

Bislang haben sich die Frankenhüter strikt aus der Ausschüttungsdiskussion herausgehalten – in der Hoffnung, diese werde von selber wieder verstummen. Doch langsam aber sicher müssen Jordan & Co. zur Kenntnis nehmen, dass die Politik das Thema solange weiterverfolgt, bis eine mehrheitsfähige Lösung gefunden ist. Eine britische Redewendung besagt: «Wenn Du Deine Gegner nicht besiegen kannst, dann schliesse Dich ihnen besser an». Nur so lässt sich das Ergebnis konstruktiv mitgestalten.

daniel.zulauf@chmedia.ch

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