Letzte Woche erhielt die Spitze der SVP Schweiz dicke Post. Bundespräsident Ueli Maurer mutmasste über eine Fehlbesetzung der Parteileitung: «Unsere Wähler haben Macherqualitäten und packen an, es sind Gewerbler oder Landwirte.» Die Leitung bestehe aus Akademikern. Dann legte der abgetretene Zürcher SVP-Parteichef Konrad Langhart noch einen drauf: Er werde den Kontakt mit der Parteileitung nicht vermissen. Der Biobauer rügte den Politstil der «einflussreichen Kreise von der Goldküste», zu denen er nur wenig Kontakt gehabt habe. Ihm schwebte eine SVP vor, die konstruktiv und lösungsorientiert arbeite – weg vom ständigen Gepolter.

Dass es nun Kritik hagelt, ist normal. Solange die Partei einen Erfolg nach dem anderen feierte, ritten auch Kritiker auf der Erfolgswelle mit. Doch nun, da die Wähler der SVP ihre Stimmen versagen, brechen Konfliktlinien auf, Kritik wird laut. Der Umgang damit ist indes weniger normal: Diskussionen und Widerrede sind in der SVP unerwünscht. So fand offenbar auch nie ein Austausch zwischen dem Biobauern Langhart und den Goldküsten-Chefs statt. Die Direktive kommt von oben. Punkt.

Mit einem Doyen wie Christoph Blocher an der Spitze mag das funktionieren. Er schaffte den Spagat, die Sehnsüchte der Bauern und Handwerker mit seinen Interessen als Unternehmer zu vereinbaren. Der neuen Spitze um Verleger Roger Köppel, Unternehmerin Magdalena Martullo, Banker Thomas Matter und Berater Thomas Aeschi kauft das Interesse am Büezer niemand mehr ab.

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