YB wird Meister, und in Basel geht alles seinen gewohnten Gang. Die Fans unterstützen den FCB unverzagt, selbst wenn die Mannschaft völlig verunsichert auf dem Fussballplatz herumstolpert – wie am Sonntag in Luzern. Niemand stellt die Trainerfrage, keiner geht auf den Sportchef los und selbst der Präsident, der den Klub auch als Renditeobjekt sieht, wird geschont. Das wäre zum Beispiel bei Bayern München undenkbar. Drei Niederlagen in Serie und ein rekordverdächtiger Abstand zum Tabellenersten? Da würde der Baum brennen, selbst wenn dazwischen Ausrufezeichen in der Champions League lägen.

Nicht so in Basel. Es scheint, dass man froh ist, nicht die neunte Meisterfeier in Folge absolvieren zu müssen. Die Euphorie schwand von Mal zu Mal. Es fehlte den Fans (und wohl auch dem Klub), das, was Fussball ausmacht: Leidenschaft. Die Krise ist zwar hausgemacht, doch insgeheim erwünscht. Denn jetzt können wir Basler wieder am eigenen Leib erfahren, wie es sich anfühlt, dieses Leiden, das am Anfang jeder Eruption von Glückseligkeit steht.

Dank der neuen FCB-Führung verinnerlicht eine ganze Region gerade das Motto der Muttenzerkurve: «Erfolg isch nid alles im Läbe.» Nur das Licht im Stadion, das sollte nicht wieder ausgehen.