Klimakatastrophe, Klimahysterie, Klimakrise oder einfach Klimawandel – je nach politischer Position klingen die Bezeichnungen dramatisch oder sachlich. Dass der Grosse Rat im Aargau den Klimanotstand ausruft, scheint nach der Positionierung von CVP und FDP an der letzten Sitzung unwahrscheinlich. Die zwei bürgerlichen Parteien warfen SP, Grünen, GLP, EVP und BDP Symbolpolitik vor, die SVP hatte sich von Anfang an klar dagegen ausgesprochen.

Doch auch die Grossräte der SVP spüren die Folgen des Klimawandels im Aargau – und sie werden aktiv. Bauernverbandspräsident Alois Huber will mit anderen Landwirten bei Trockenheit das Grundwasser anzapfen. Partei- und Berufskollege Christoph Hagenbuch ist beim Projekt des Kantons dabei, das zeigen soll, wie der zunehmenden Trockenheit im Aargau langfristig sinnvoll begegnet werden kann.

Und es gibt weitere konkrete Ansätze: Die kürzlich lancierte Klimaschutz-Initiative der Grünen, die von der SP, aber auch von Vertretern aus der Baubranche unterstützt wird. Sie verlangt mehr Geld für Gebäudesanierungen, was den CO2-Ausstoss senken würde. Die CVP sieht Klimaschutz als wichtige Staatsaufgabe und fordert vom Regierungsrat eine Strategie. Wie dieser das Problem angeht, zeigt sich am Freitag, wenn das Energiegesetz vorgestellt wird. Schon jetzt lässt sich festhalten: Der Inhalt dieser Vorlage ist für die Klimapolitik im Aargau wichtiger als die eher symbolische Frage, ob das Kantonsparlament den Klimanotstand ausruft. Mit welcher Strategie sich mehr Wählerstimmen gewinnen lassen, lässt sich derzeit hingegen nicht sagen.

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