Apropos

Ich gah is Reschti go Pommes foode

Pommes foode: Wie wir uns von sprachlichen Modeströmungen beeinflussen lassen. (Archiv)

Pommes foode: Wie wir uns von sprachlichen Modeströmungen beeinflussen lassen. (Archiv)

Er hat wieder mal gesprochen, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.» – Eine Feststellung, die mehr und mehr in Vergessenheit geraten wird. Denn immer mehr Leute passen ihre Sprache im Laufe ihres Lebens den äusseren Umständen an, der Schnabel ist nicht mehr sakrosankt und lässt oft kaum mehr auf die ursprüngliche Herkunft einer Person deuten.

Auffallend für mich ist dabei, wie sich immer mehr Menschen von sprachlichen Modeströmungen beeinflussen lassen und ihr Vokabular entsprechend anpassen. Im Landboten habe ich dazu einen schönen Aufsatz gefunden: «Prima», sagte Fritz 1959, als er sich seinen Verlobungsring ansteckte. Lässig, sagte dazu seine Tochter Cornelia 1982 und Nice wird wohl deren Sohn Leon wohl einmal sagen.»

Im erwähnten Artikel wird Maturandin Lea Schlatter erwähnt, die sich mit dem Wandel unserer Dialekte befasst. Wie mir ist auch ihr aufgefallen, dass man heute vielenorts nicht mehr sagt: «Ich han es Gschänk übercho», sondern «Ich han es Gschänk becho». Warum auch immer. Der Titel von Schlatters Maturarbeit heisst: «Mami, chomm mir gönd hüt go iichaufe». Ihre Mutter hingegen hätte getitelt: «Mer gönd go poschte.» Und ich stell jetzt den PC ab, den meine Frau will hüt Nami no is Reschti go Pommes foode.

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Autor

Toni Widmer

Toni Widmer

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