Polemik

Kaltherzige sind für einmal in Unterzahl

Das Schweizer Parlament diskutiert zurzeit über die Frage, was mit der Mutterschaftsversicherung passiert, wenn eine junge Mutter stirbt. (Symbolbild)

Vaterschaftsurlaub. Alleine das Wort scheint bei manchen Politikern Magengeschwüre hervorzurufen. Immerhin ist der Mutterschaftsurlaub seit sage und schreibe zehn Jahren akzeptiert. Frisch gebackene Mütter können sich so ihrem Neugeborenen widmen – ohne sich Sorgen ums Geld machen zu müssen. Ein Quantensprung. Könnte man meinen.

Denn aktuell diskutiert das Parlament, was mit der Versicherung beim Ableben der Mutter bei oder kurz nach der Geburt passiert. Heute erlischt der Anspruch. Jetzt gibt es
Politiker, die ernsthaft der Meinung sind, der Mutterschaftsurlaub solle nicht auf den Witwer übertragen werden.

Abgesehen davon, dass es finanziell kaum einen Unterschied macht, weil solche Schicksalsschläge zum Glück selten sind, ist die Kaltherzigkeit kaum vorstellbar: Als wäre der Tod der Angetrauten nicht schon schwer genug zu verkraften, muss der Vater das Baby alleine zu Hause lassen oder unbezahlten Urlaub beziehen, um Bindung und Nähe zu ihm aufzubauen.

Kaum daran zu denken, wie unhaltbar die Situation ist, wenn noch ältere Geschwister im Haushalt vorhanden sind. Immerhin waren die Kaltherzigen diesmal knapp in der Unterzahl.

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