Letzte Woche ist der Migros ein Fehler passiert: Fisch in der vegetarischen Lasagne. Ein Fall für die hauseigenen Juristen und Medienprofis. Eine Medienmitteilung musste her. Schon bald hatte man – state of the art – einen Text entworfen: Bei Fisch-Allergikern – so war zu lesen – könne eine Gesundheitsgefährdung nicht ausgeschlossen werden. Alle anderen könnten das Produkt bedenkenlos verzehren.

Das klang gut. Nichts von «Risiko» oder «Warnung». Doch «nicht ausgeschlossen» ist noch vieles: Etwa dass morgen die Sonne explodiert oder die Lasagne, in dem Moment, in dem man sie öffnet. Beim Allergiker hingegen ist es «wahrscheinlich», dass er beim Verzehr allergisch reagiert.

Und der Satz mit dem «bedenkenlos verzehren»? Für Vegetarier ist er eine schallende Ohrfeige. Denn übersetzt bedeutet er: Stellt euch nicht so an. Ob Fisch da drin ist oder nicht, spielt doch gar keine Rolle – solange man kein Fisch-Allergiker ist.

Mein Tipp fürs nächste Mal: einfach mal ehrlich sein.

Zum Beispiel so:

1. Wir haben einen Fehler gemacht.

2. Der Fehler tut uns leid und wir entschuldigen uns.

3. Wir warnen Fisch-Allergiker. Denn für sie besteht beim Verzehr ein hohes Risiko für eine allergische Reaktion.