Er bezeichnet sich und seine Berufskollegen als Nachtschattengewächse im Politbiotop. Der Rede ist von Migros-Cheflobbyist Martin Schläpfer, der kürzlich in der Radiosendung «Focus» von SRF von seinem Wirken als Interessenvertreter im Bundeshaus erzählte.

Der baldige Pensionär sprach in fast schon grossväterlichem Ton auch darüber, wie die ganze Migros frühzeitig und proaktiv Themen wie die Verminderung der Plastikverpackung angehe. Doch bis die löblichen Vorsätze Realität werden, scheint es noch ein weiter Weg zu sein, wie ein aktuelles Beispiel zeigt.

Denn kürzlich traf ein mit Schokolade befüllter Adventskalender der Migros-Tochter Frey auf der Redaktion ein. Wir wollen uns mitnichten über süsse Geschenke in der Vorweihnachtszeit beschweren. Doch die Verpackung spottet den Vorsätzen der Migros und ihres Lobbyisten.

Gefühlte gut 100 Gramm der «assortierten gefüllten Milchschokolade» verhüllt in Karton, Plastik und mehrlagiger Folie. Die Schokolade ist dann auch nochmals verpackt. Selbstverständlich ist das Wesen eines Adventskalenders, dass sich Bilder oder kleine Geschenke hinter 24 Türchen verbergen. Doch weniger Verpackung wäre dennoch möglich.

Generell scheinen Schokoladenhersteller der Meinung zu sein, viel Verpackung zur Weihnachtszeit werte ihre Produkte auf. Wir hätten jedoch lieber mehr Inhalt als Verpackung.