Ein guter Wachhund bellt im Zweifel lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. So verhält sich auch die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR), die seit dem Jahr 1995 über die Einhaltung der UNO-Konvention gegen Rassismus wacht.

Man kann von der EKR darum nicht erwarten, dass sie Alarm schlägt, wenn neue Zahlen für eine Abnahme der Islamfeindlichkeit in der Schweiz sprechen. Sie jault nur auf, wenn sie Rassismus und Diskriminierung aufspürt.

Allerdings setzt sie ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel, wenn sie trotz positiven Zahlen schwarzmalt. Und sie begeht genau den Fehler, den sie den Medien vorhält. Nämlich, sie würden nur über Negatives berichten und pauschalisieren.

Die EKR fordert von Journalisten zu Recht, bei Terroranschlägen im Auge zu behalten, dass nicht «die Muslime» dahinter stecken, sondern nur eine radikale Minderheit. Das gleiche sollten sich die Mitglieder der Antirassismuskommission und die ihnen zugewandten Forscher zu Herzen nehmen, wenn sie fremdenfeindliche Online-Kommentare lesen oder wenn sie von Mitbürgern per E-Mail bedroht werden:

Nur weil sich eine radikale Minderheit im Netz und auf der Strasse mit muslimfeindlichen Aktionen bemerkbar macht, heisst das nicht, dass in der Schweizer Bevölkerung Muslimfeindlichkeit grassiert und ständig zunimmt. Dem Wachhund ist eine Spürnase zu wünschen, die auch wahrnimmt, wenn sich die Lage entspannt.

pascal.ritter@azmedien.ch